ANSM - Aktualisiert am: 25/03/2024
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
RACECADOTRIL BIOGARAN CONSEIL 100 mg, Kapsel
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Racecadotril … 100 mg
Pro Kapsel.
Hilfsstoff mit bekannter Wirkung: Jede Kapsel enthält 41 mg Lactose-Monohydrat.
Für die vollständige Liste der Hilfsstoffe siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Kapsel.
Opake gelbe Kapsel der Größe 2, die ein weißes oder weißliches Pulver enthält.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1. Anwendungsgebiete
RACECADOTRIL BIOGARAN CONSEIL ist bei Erwachsenen zur symptomatischen und kurzfristigen Behandlung von vorübergehenden (akuten) Durchfällen in Ergänzung zu diätetischen Maßnahmen angezeigt.
4.2. Dosierung und Art der Anwendung
Arzneimittel nur für Erwachsene.
Dosierung
Am ersten Tag: Eine Kapsel sofort, unabhängig vom Zeitpunkt, dann je nach Zeitpunkt der ersten Einnahme bis zu maximal drei Kapseln über den Tag verteilt, wobei die erste sofortige Einnahme in diesen drei Kapseln enthalten ist. Die Einnahmen sollten vorzugsweise vor oder zu Beginn der drei Hauptmahlzeiten erfolgen.
An den folgenden Tagen: Drei Kapseln über den Tag verteilt, vorzugsweise vor oder zu Beginn der drei Hauptmahlzeiten.
Die maximale Tagesdosis beträgt 3 Kapseln.
Die Behandlung wird fortgesetzt, bis zwei aufeinanderfolgende feste Stühle erreicht sind oder bis die Stuhlausscheidung für mehr als 12 Stunden gestoppt ist.
Die Behandlung sollte nicht länger als 3 Tage fortgesetzt werden.
Diese Behandlung ist eine Ergänzung zu diätetischen Maßnahmen.
Pädiatrische Population
RACECADOTRIL BIOGARAN CONSEIL sollte bei Säuglingen und Kindern nicht angewendet werden.
Es gibt andere Darreichungsformen, die für die pädiatrische Population geeignet sind.
Ältere Bevölkerung
Eine Dosisanpassung scheint bei älteren Patienten nicht erforderlich zu sein (siehe Abschnitt 5.2).
Art der Anwendung
Zum Einnehmen.
4.3. Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten Hilfsstoffe.
4.4. Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Die Verabreichung von RACECADOTRIL BIOGARAN CONSEIL ersetzt nicht eine notwendige Rehydratation.
Bei Anzeichen eines akuten dysenterischen Syndroms, wie das Vorhandensein von Blut oder Pseudomembranen im Stuhl oder Fieber, sollte Racecadotril nicht verwendet werden.
Racecadotril wurde nicht bewertet und sollte nicht bei Durchfällen im Zusammenhang mit Antibiotika verwendet werden.
Die Bioverfügbarkeit kann bei Patienten mit anhaltendem Erbrechen reduziert sein.
Wenn die Diarrhöe nach 3 Tagen Behandlung anhält, wird eine ärztliche Beratung empfohlen und das weitere Vorgehen sowie mögliche Rehydratationsmaßnahmen sollten neu bewertet werden. Die Daten sind bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz begrenzt. Diese Patienten sollten daher mit Vorsicht behandelt werden (siehe Abschnitt 5.2).
Überempfindlichkeiten
Hautreaktionen wurden bei der Anwendung dieses Arzneimittels berichtet. In den meisten Fällen sind diese Reaktionen leicht und erfordern keine Behandlung. In einigen Situationen können diese Reaktionen jedoch schwerwiegend und lebensbedrohlich sein; ein Zusammenhang mit der Einnahme von Racecadotril kann nicht vollständig ausgeschlossen werden. Bei Auftreten schwerer Hautreaktionen sollte die Behandlung mit Racecadotril sofort abgebrochen werden.
Fälle von Überempfindlichkeit und Quincke-Ödem wurden bei Patienten unter Racecadotril berichtet. Diese Ereignisse können jederzeit während der Behandlung auftreten.
Ein Angioödem des Gesichts, der Extremitäten, der Lippen und der Schleimhäute kann auftreten.
Wenn das Angioödem mit einer Obstruktion der oberen Atemwege, z.B. auf Zungen-, Glottis- und/oder Larynxebene, verbunden ist, muss sofort eine Notfallbehandlung eingeleitet werden.
Die Einnahme von Racecadotril sollte unterbrochen werden und der Patient sollte unter enger medizinischer Überwachung stehen, bis die Symptome vollständig und dauerhaft verschwunden sind. Racecadotril sollte nicht erneut eingeführt werden.
Schwere unerwünschte Hautreaktionen (SCAR):
Schwere unerwünschte Hautreaktionen (SCAR), einschließlich medikamenteninduzierter Überempfindlichkeitssyndrome mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), die lebensbedrohlich oder tödlich sein können, wurden mit der Behandlung mit Racecadotril berichtet. Patienten sollten über die Anzeichen und Symptome informiert und engmaschig überwacht werden, um mögliche Hautreaktionen zu erkennen. Bei Auftreten von Anzeichen und Symptomen, die auf ein DRESS hindeuten, sollte Racecadotril sofort abgesetzt und eine alternative Behandlung in Betracht gezogen werden. Wenn bei einem Patienten während der Verabreichung von Racecadotril ein DRESS auftritt, sollte die Behandlung mit Racecadotril bei diesem Patienten keinesfalls wieder aufgenommen werden.
Bradykinin-induziertes Angioödem
Racecadotril oder bestimmte therapeutische Klassen können eine vaskuläre Reaktion vom Typ Angioödem des Gesichts und des Halses hervorrufen, die auf der Hemmung des Abbaus von Bradykinin beruht (siehe Abschnitt 4.8).
Die Folgen des Angioödems können manchmal tödlich sein, durch Obstruktion der Atemwege. Das Angioödem kann unabhängig von einer gleichzeitigen Einnahme dieser Medikamente auftreten, wenn der Patient zuvor einem der beiden Protagonisten ausgesetzt war. Es sollte nach einer Vorgeschichte dieses Effekts gesucht und die Notwendigkeit dieser Art von Kombination bewertet werden.
Die Kombination von Racecadotril mit bestimmten Medikamenten, die die Konzentration von Bradykinin erhöhen, insbesondere ACE-Hemmern (z.B. Perindopril und Ramipril), erhöht das Risiko, ein bradykinininduziertes Angioödem zu verursachen (siehe Abschnitt 4.5).
Daher ist eine sorgfältige Bewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses erforderlich, bevor die Behandlung mit Racecadotril bei Patienten unter ACE-Hemmern eingeleitet wird (siehe Abschnitt 4.5).
Bezogene auf die Hilfsstoffe
Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit einer Galactose-Intoleranz, einem vollständigen Laktasemangel oder einem Glucose-Galactose-Malabsorptionssyndrom (seltene erbliche Erkrankungen) sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
4.5. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Nicht empfohlene Kombinationen
Medikamente, Bradykinin und Angioödem
Bestimmte Medikamente oder therapeutische Klassen können eine vaskuläre Reaktion vom Typ Angioödem des Gesichts und des Halses hervorrufen, die auf der Hemmung des Abbaus von Bradykinin beruht. Die am häufigsten beteiligten Medikamente sind ACE-Hemmer (z.B. Perindopril, Ramipril) und in geringerem Maße Angiotensin-II-Antagonisten (z.B. Candesartan, Irbesartan), sogenannte mTORi-Immunsuppressiva, Antidiabetika der Gliptin-Klasse, Racecadotril, Estramustin, Sacubitril und rekombinante Alteplase.
Die Folgen des Angioödems können manchmal tödlich sein, durch Obstruktion der Atemwege. Das Angioödem kann unabhängig von einer gleichzeitigen Einnahme dieser Medikamente auftreten, wenn der Patient zuvor einem der beiden Protagonisten ausgesetzt war. Es sollte nach einer Vorgeschichte dieses Effekts gesucht und die Notwendigkeit dieser Art von Kombination bewertet werden.
Nicht empfohlene Kombination (siehe auch Abschnitt 4.4)
Andere Medikamente mit Risiko für bradykinininduziertes Angioödem (siehe Abschnitt „Medikamente, Bradykinin und Angioödem“).
Andere
Die gleichzeitige Einnahme von Racecadotril mit Loperamid oder Nifuroxazid verändert nicht die Kinetik von Racecadotril.
4.6. Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Tierstudien haben keine direkten oder indirekten schädlichen Wirkungen auf die Reproduktionstoxizität gezeigt. Klinische Daten zur Anwendung von Racecadotril während der Schwangerschaft sind sehr begrenzt. Daher ist es aus Vorsichtsgründen vorzuziehen, die Anwendung von RACECADOTRIL BIOGARAN CONSEIL während der Schwangerschaft unabhängig vom Stadium zu vermeiden.
Stillzeit
Da keine Daten über den Übergang von Racecadotril in die Muttermilch vorliegen und aufgrund seiner pharmakologischen Eigenschaften und der Unreife des Verdauungstrakts des Neugeborenen sollte RACECADOTRIL BIOGARAN CONSEIL während der Stillzeit nicht verabreicht werden.
Fertilität
In Fertilitätsstudien an männlichen und weiblichen Ratten wurden keine Auswirkungen auf die Fertilität beobachtet.
4.7. Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Racecadotril hat keine oder eine vernachlässigbare Auswirkung auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8. Nebenwirkungen
Im Rahmen klinischer Studien zur akuten Diarrhöe stehen Daten von 2193 Erwachsenen, die mit Racecadotril behandelt wurden, und 282, die mit Placebo behandelt wurden, zur Verfügung.
Die unten aufgeführten Nebenwirkungen wurden häufiger mit Racecadotril als mit Placebo in klinischen Studien beobachtet oder während der Vermarktung berichtet.
Die Nebenwirkungen sind nach den MedDRA-Hauptsystemorganklassen aufgeführt. Innerhalb jeder Systemorganklasse sind die Nebenwirkungen nach Häufigkeit aufgeführt. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen in absteigender Reihenfolge der Schwere aufgeführt. Die Häufigkeit der Nebenwirkungen wurde nach folgender Konvention definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100), selten (≥1/10 000 bis <1/1000), sehr selten (<1/10 000), Häufigkeit unbekannt (kann auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht geschätzt werden).
Schwere unerwünschte Hautreaktionen (SCAR), einschließlich medikamenteninduzierter Überempfindlichkeitssyndrome mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), wurden mit der Behandlung mit Racecadotril berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
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Systemorganklassen
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Häufigkeit
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Unerwünschte Wirkung
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Erkrankungen des zentralen Nervensystems
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Häufig
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Kopfschmerzen.
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Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes (siehe Abschnitt 4.4)
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Gelegentlich
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Ausschlag, Erythem.
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Häufigkeit unbekannt
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Erythema multiforme, Zungen-, Gesichts-, Lippen- oder Lidödem, Angioödem (Quincke-Ödem), Urtikaria, Erythema nodosum, papulöser Ausschlag, Pruritus, Prurigo, Toxidermie.
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Häufigkeit unbekannt
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Medikamenteninduzierte Überempfindlichkeitssyndrome mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
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Erkrankungen des Immunsystems
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Häufigkeit unbekannt
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Anaphylaktischer Schock
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Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung des Arzneimittels ist wichtig. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Gesundheitsfachkräfte melden jeden Verdacht auf Nebenwirkungen über das nationale Meldesystem: Nationale Agentur für die Sicherheit von Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten (ANSM) und Netzwerk der regionalen Pharmakovigilanzzentren - Website: https://signalement.social-sante.gouv.fr/.
4.9. Überdosierung
In den berichteten Überdosierungsfällen zeigten die Patienten keine Nebenwirkungen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1. Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: SONSTIGE ANTIDIARRHOIKA (INTESTINALES ANTISEKRETORISCHES ARZNEIMITTEL), ATC-Code: A07XA04. (A: Verdauungstrakt und Stoffwechsel).
Racecadotril ist eine Prodrug, die in ihren aktiven Metaboliten Thiorphan hydrolysiert werden muss, der ein Inhibitor der Enkephalinase ist, einem Enzym der Zellmembran, das in verschiedenen Geweben, einschließlich des Darmepithels, vorkommt.
Dieses Enzym trägt zum Abbau von exogenen und endogenen Peptiden wie Enkephalinen bei.
Racecadotril schützt somit die Enkephaline vor dem enzymatischen Abbau und verlängert ihre Wirkung an den enkephalinergen Synapsen des Dünndarms, wodurch die Hypersekretion reduziert wird. Racecadotril ist ein reines intestinales Antisekretorikum. Es verringert die intestinale Hypersekretion von Wasser und Elektrolyten, die durch das Cholera-Toxin oder Entzündungen induziert wird, ohne die basale Sekretion zu beeinflussen. Es übt eine schnelle antidiarrhoische Wirkung aus, ohne die Darmtransitzeit zu verändern.
Racecadotril verursacht keine abdominale Blähung. Während der klinischen Studien wurde eine sekundäre Verstopfung mit der gleichen Häufigkeit in den Racecadotril- und Placebo-Gruppen beobachtet.
Bei oraler Einnahme ist die Aktivität nur peripher, ohne Wirkung auf das zentrale Nervensystem.
Eine randomisierte, überkreuzte klinische Studie zeigte, dass Racecadotril 100 mg in der therapeutischen Dosis (1 Kapsel) oder in einer höheren Dosis (4 Kapseln) keine Verlängerung des QT/QTc bei 56 gesunden Freiwilligen induziert (im Gegensatz zu der Wirkung, die mit Moxifloxacin als positivem Kontrollmittel beobachtet wurde).
5.2. Pharmakokinetische Eigenschaften
Absorption
Nach oraler Verabreichung wird Racecadotril schnell resorbiert. Die Aktivität auf die Enkephalinase im Plasma tritt bereits nach dreißig Minuten auf.
Die Bioverfügbarkeit von Racecadotril wird durch Mahlzeiten nicht verändert, aber der Aktivitätshöhepunkt verzögert sich um etwa anderthalb Stunden.
Verteilung
Nach oraler Verabreichung von mit 14 C markiertem Racecadotril bei gesunden Freiwilligen war die Konzentration von Racecadotril im Plasma etwa 200-mal höher als in den Blutzellen und etwa 3-mal höher im Plasma als im gesamten Blutvolumen. Racecadotril bindet nicht signifikant an Blutzellen.
Im Plasma zeigt das mittlere scheinbare Verteilungsvolumen von 66,4 L/kg eine moderate Verteilung des 14 C in anderen Geweben.
Neunzig Prozent des aktiven Metaboliten von Racecadotril, Thiorphan, (RS)-N-(1-oxo-2-(mercaptomethyl)-3-phenylpropyl) glycin, sind an Plasmaproteine, hauptsächlich Albumin, gebunden.
Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Racecadotril werden bei wiederholter Gabe oder bei älteren Patienten nicht verändert.
Das Ausmaß und die Dauer der Wirkung von Racecadotril hängen von der verabreichten Dosis ab. Der Aktivitätshöhepunkt auf die Enkephalinase im Plasma tritt etwa 2 Stunden nach der Einnahme auf und entspricht einer Hemmung von 75% bei der Dosis von 100 mg.
Bei einer Dosis von 100 mg beträgt die Dauer der Aktivität auf die Enkephalinase im Plasma etwa 8 Stunden.
Biotransformation
Die biologische Halbwertszeit von Racecadotril, bestimmt durch die Hemmung der Enkephalinase im Plasma, beträgt 3 Stunden.
Racecadotril wird schnell in Thiorphan (RS)-N-(1-oxo-2-(mercaptomethyl)-3-phenylpropyl) glycin, seinen aktiven Metaboliten, hydrolysiert, der selbst in inaktive Metaboliten wie S-Methylthiorphan-Sulfoxid, S-Methylthiorphan, 2-Methansulfinylmethylpropionsäure und 2-Methylsulfanylmethylpropionsäure umgewandelt wird, die alle zu mehr als 10% der systemischen Exposition der Muttersubstanz gebildet wurden.
Andere kleinere Metaboliten wurden ebenfalls im Urin und im Stuhl nachgewiesen und quantifiziert.
Die wiederholte Gabe von Racecadotril führt nicht zu einer Akkumulation im Körper.
In-vitro-Daten zeigen, dass Racecadotril/Thiorphan und seine vier Hauptmetaboliten keine signifikanten Inhibitoren der Cytochrom-CYP-Isoformen 3A4, 2D6, 2C9, 1A2 und 2C19 sind.
In-vitro-Daten zeigen, dass Racecadotril/Thiorphan und seine vier Hauptmetaboliten keine signifikanten Induktoren der Cytochrom-CYP-Isoformen (Familie 3A, 2A6, 2B6, 2C9/2C19, Familie 1A, 2E1) und der Enzyme, die an die Glucuronyltransferase binden, sind.
Racecadotril verändert nicht die Proteinbindung von stark an Proteine gebundenen Produkten wie Tolbutamid, Warfarin, Nifluminsäure, Digoxin oder Phenytoin.
Bei Patienten mit Leberinsuffizienz (Zirrhose, Child-Pugh B) zeigt das kinetische Profil des Metaboliten die gleichen T max und T 1/2 und niedrigere C max (- 65 %) und Fläche unter der Kurve (- 29 %) im Vergleich zu gesunden Probanden.
Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance zwischen 11 und 39 ml/min) zeigt das kinetische Profil des Metaboliten eine niedrigere C max (- 49 %) und größere Fläche unter der Kurve (+15 %) und T 1/2 im Vergleich zu gesunden Freiwilligen (Kreatinin-Clearance > 70 ml/min).
In der pädiatrischen Population sind die pharmakodynamischen Ergebnisse ähnlich denen der erwachsenen Population, mit einer C max, die 2 Stunden und 30 Minuten nach der Verabreichung erreicht wird. Es gibt keine Akkumulation nach wiederholter Gabe alle 8 Stunden über 7 Tage.
Ausscheidung
Racecadotril wird über seine aktiven und inaktiven Metaboliten ausgeschieden. Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich über die Nieren (81,4 %) und in geringerem Maße über den Stuhl (etwa 8 %). Die Ausscheidung über die Lunge ist nicht signifikant (weniger als 1% der Dosis).
5.3. Präklinische Sicherheitsdaten
Chronische Toxizitätsstudien über 4 Wochen bei Affen und Hunden, die für die Bewertung der Behandlungsdauer beim Menschen nützlich sind, zeigten keine Effekte bei Dosierungen bis zu 1250 mg/kg/Tag und 200 mg/kg, was Sicherheitsmargen von 625 bzw. 62 (im Vergleich zum Menschen) entspricht.
Racecadotril erwies sich nicht als immunotoxisch bei Mäusen, die über 1 Monat behandelt wurden.
Eine längere Exposition (1 Jahr) bei Affen zeigte generalisierte Infektionen und reduzierte Antikörperantworten auf Impfungen (bei einer Dosis von 500 mg/kg/Tag) und keine Infektionen/Immunsuppression bei 120 mg/kg/Tag.
Ebenso wurden bei Hunden, die mit einer Dosis von 200 mg/kg/Tag über 26 Wochen behandelt wurden, einige infektiöse/immune Reaktionen festgestellt. Ihre klinische Bedeutung ist unbekannt: siehe Abschnitt 4.8.
Keine mutagenen oder klastogenen Effekte von Racecadotril wurden in Standardtests in vivo und in vitro nachgewiesen.
Karzinogenitätstests wurden nicht durchgeführt, da es sich um eine kurzfristige Behandlung handelt.
Studien zur Reproduktionstoxizität und Entwicklung (prä-embryonale Entwicklung und Fertilität, pränatale und postnatale Entwicklung, Studien zur embryo-fetalen Entwicklung) zeigten keine besonderen Effekte von Racecadotril.
Andere präklinische Effekte (wie schwere, wahrscheinlich aplastische Anämie, erhöhte Diurese, Ketonurie, Durchfall) wurden nur bei einer ausreichend höheren Exposition im Vergleich zur maximalen Exposition beim Menschen beobachtet. Ihre klinische Bedeutung ist unbekannt.
Eine Toxizitätsstudie bei juvenilen Ratten zeigte keine signifikanten Effekte von Racecadotril bei Dosen bis zu 160 mg/kg/Tag, was einer Dosis entspricht, die 35-mal höher ist als die empfohlene pädiatrische Dosis (z.B. 4,5 mg/kg/Tag).
Trotz der Unreife der Nierenfunktion bei Kindern unter 1 Jahr werden bei diesen keine höheren Expositionsniveaus erwartet.
Andere Sicherheitspharmakologiestudien zeigten keine schädlichen Effekte auf das zentrale Nervensystem, das Herz-Kreislauf-System und die Atemfunktionen.
Bei Tieren verstärkt Racecadotril die Wirkung von Butylhyoscin auf den Darmtransit und die antikonvulsive Wirkung von Phenytoin.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1. Liste der sonstigen Bestandteile
Lactose-Monohydrat, vorverkleisterte Stärke, wasserfreie kolloidale Kieselsäure, Magnesiumstearat.
Kapselhülle: Eisenoxidgelb (E172), Titandioxid (E171), Gelatine.
6.2. Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3. Dauer der Haltbarkeit
2 Jahre.
6.4. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Dieses Arzneimittel erfordert keine besonderen Lagerungsbedingungen.
6.5. Art und Inhalt des Behältnisses
Packung mit 10 Kapseln in Blisterpackung (PVC/PVDC/Aluminium).
6.6. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist gemäß den örtlichen Vorschriften zu entsorgen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
BIOGARAN
15, BOULEVARD CHARLES DE GAULLE
92700 COLOMBES
8. ZULASSUNGSNUMMER(N)
- 34009 300 165 2 7: 10 Kapseln in Blisterpackung (PVC/PVDC/Aluminium).
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
[vom Inhaber später auszufüllen]
10. STAND DER INFORMATION
[vom Inhaber später auszufüllen]
11. DOSIMETRIE
Nicht zutreffend.
12. ANLEITUNG FÜR DIE HERSTELLUNG VON RADIOPHARMAZEUTIKA
Nicht zutreffend.
VERORDNUNGS- UND ABGABEBESTIMMUNGEN
Arzneimittel nicht verschreibungspflichtig.