ANSM - Aktualisiert am: 12/02/2026
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
KARDEGIC 300 mg, Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen in einem Beutel
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
DL-Lysin-Acetylsalicylat … 540 mg
Entsprechende Menge an Acetylsalicylsäure … 300 mg
Pro Beutel
Bekannte Wirkung von Hilfsstoffen: Laktose.
Für die vollständige Liste der Hilfsstoffe siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1. Anwendungsgebiete
Prävention von kardiovaskulären und zerebrovaskulären Komplikationen im Zusammenhang mit Atherosklerose bei Patienten mit hohem vaskulärem Risiko und bestätigter ischämischer Arterienerkrankung (siehe Abschnitt 5.1).
Reduzierung der Okklusion von Transplantaten nach aortokoronarer Bypass-Operation.
Prävention von Schlaganfällen bei Patienten mit Vorhofflimmern, für die eine Behandlung mit Vitamin-K-Antagonisten kontraindiziert oder nicht angezeigt ist, nach Abwägung von Nutzen und Risiko (siehe Abschnitt 5.1).
4.2. Dosierung und Art der Anwendung
Dieses Arzneimittel wird nur auf ärztliche Verschreibung verabreicht.
Nur für Erwachsene. Zum Einnehmen.
In Notfallsituationen
In kardiologischen Notfallsituationen (akute Phase des Myokardinfarkts, instabile Angina pectoris
) sollte die Behandlung so schnell wie möglich nach dem ersten Ereignis mit hohen Dosen und vorzugsweise mit einer schnell resorbierbaren Form begonnen werden (siehe 5.1).
Die empfohlene Dosierung beträgt 200 bis 330 mg am ersten Tag, d.h. 1 Beutel KARDEGIC 300 mg pro Tag, so früh wie möglich zu beginnen.
Die Behandlung wird dann mit der Erhaltungsdosis fortgesetzt.
In neurologischen Notfallsituationen kann die Behandlung innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der Anzeichen eines Hirninfarkts mit einer Dosierung von 1 Beutel pro Tag und vorzugsweise mit einer schnell resorbierbaren Form begonnen werden.
Bei chronischer Behandlung, außerhalb von Notfallsituationen
Die empfohlene Dosierung bei chronischer Behandlung beträgt 1 Beutel pro Tag.
Den Inhalt des Beutels in ein großes Glas geben. Wasser hinzufügen. Eine vollständige Auflösung wird schnell erreicht.
4.3. Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff (Acetylsalicylsäure) oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten Hilfsstoffe oder gegen andere nichtsteroidale Antirheumatika (Kreuzreaktion).
- Asthma oder Asthmaanfälle in der Vorgeschichte mit oder ohne Nasenpolypen, ausgelöst durch Salicylate oder verwandte Substanzen, insbesondere nichtsteroidale Antirheumatika.
- Aktives Magen-Darm-Geschwür, Vorgeschichte von Magenblutungen oder Perforation nach Behandlung mit Acetylsalicylsäure oder einem anderen nichtsteroidalen Antirheumatikum.
- Jede angeborene oder erworbene Blutungskrankheit.
- Patienten mit Mastzellenerkrankung, bei denen die Anwendung von Acetylsalicylsäure schwere Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen kann (einschließlich Kreislaufschock mit Hitzewallungen, Hypotonie, Tachykardie und Erbrechen).
- Blutungsrisiko.
- Schwere Leberinsuffizienz.
- Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min).
- Unkontrollierte schwere Herzinsuffizienz.
- Schwangerschaft ab Beginn des 6. Monats (24 Wochen Amenorrhoe) für Aspirindosen über 100 mg pro Tag (siehe Abschnitt 4.6)
4.4. Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Risiko des fetalen Todes
KARDEGIC 300 mg, Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen in einem Beutel, birgt das Risiko eines fetalen Todes bereits nach einer einzigen Einnahme aufgrund seiner kardiopulmonalen Toxizität (Verengung des Ductus arteriosus und Auftreten von Oligohydramnion, siehe Abschnitt 4.3).
Auswirkungen auf das ungeborene Kind
KARDEGIC 300 mg, Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen in einem Beutel, birgt auch das Risiko einer Nierenschädigung (Niereninsuffizienz), einer vorzeitigen Schließung des Ductus arteriosus und einer pulmonalen Hypertonie beim Neugeborenen. (Siehe Abschnitt 4.6).
KARDEGIC 300 mg, Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen in einem Beutel, ist bei schwangeren Frauen ab Beginn des 6. Schwangerschaftsmonats (24 Wochen Amenorrhoe) kontraindiziert.
Bei geplanter Schwangerschaft oder während der ersten 5 Monate (vor 24 Wochen Amenorrhoe) sollte KARDEGIC 300 mg, Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen in einem Beutel, nur bei absoluter Notwendigkeit verschrieben werden.
Bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen Arzneimitteln, um das Risiko einer Überdosierung zu vermeiden, sollte das Fehlen von Acetylsalicylsäure in der Zusammensetzung der anderen Arzneimittel überprüft werden.
Bei Patienten, die gleichzeitig mit Nicorandil und NSAR, einschließlich Acetylsalicylsäure, behandelt werden, besteht ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Komplikationen wie das Auftreten von gastrointestinalen Ulzerationen, Perforationen und Blutungen. Daher ist Vorsicht geboten, wenn Acetylsalicylsäure oder NSAR gleichzeitig mit Nicorandil eingenommen werden (siehe Abschnitt 4.5).
Die Überwachung der Behandlung sollte in folgenden Fällen verstärkt werden:
- Vorgeschichte von Magen-Darm-Geschwüren, Magen-Darm-Blutungen oder Gastritis,
- leichte bis mäßige Niereninsuffizienz (Acetylsalicylsäure ist bei schwerer Niereninsuffizienz kontraindiziert, siehe Abschnitt 4.3),
- leichte bis mäßige Leberinsuffizienz (Acetylsalicylsäure ist bei schwerer Leberinsuffizienz kontraindiziert, siehe Abschnitt 4.3),
- Asthma: Das Auftreten von Asthmaanfällen kann bei einigen Personen mit einer Allergie gegen nichtsteroidale Antirheumatika oder Acetylsalicylsäure verbunden sein. In diesem Fall ist dieses Arzneimittel kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3),
- Metrorrhagien oder Menorrhagien (Risiko einer Zunahme der Intensität und Dauer der Menstruation).
Gastrointestinale Blutungen oder Ulzera/Perforationen können jederzeit während der Behandlung auftreten, ohne dass notwendigerweise vorherige Symptome oder eine Vorgeschichte vorliegen. Das relative Risiko steigt mit der Dosis bei älteren Menschen, Personen mit niedrigem Körpergewicht, Personen, die gleichzeitig NSAR, einschließlich COX-2-Inhibitoren (Cyclooxygenase 2), verwenden, Personen mit einer Vorgeschichte von Magenulzera, insbesondere bei Komplikationen wie Blutungen oder Perforationen, und Patienten, die einer Antikoagulanzien- oder Thrombozytenaggregationshemmung unterzogen werden (siehe Abschnitt 4.5). Bei gastrointestinalen Blutungen ist die Behandlung sofort abzubrechen.
Die gleichzeitige Behandlung mit Levothyroxin und Salicylaten sollte vermieden werden. Salicylate können die Bindung von Schilddrüsenhormonen an Transportproteine hemmen und so eine anfängliche vorübergehende Erhöhung der freien Schilddrüsenhormone verursachen, gefolgt von einer allgemeinen Reduzierung des Gesamtspiegels der Schilddrüsenhormone. Daher sollten bei gleichzeitiger Einnahme von Levothyroxin und Salicylaten die Schilddrüsenhormonspiegel überwacht werden (siehe Abschnitt 4.5).
Aufgrund der thrombozytenaggregationshemmenden Wirkung von Acetylsalicylsäure, die bereits bei sehr niedrigen Dosen auftritt und mehrere Tage anhält, sollte der Patient über die Blutungsrisiken informiert werden, die bei chirurgischen Eingriffen, auch bei kleineren Eingriffen (z. B. Zahnextraktion), auftreten können. Die Dauer der Unterbrechung der Behandlung vor dem Eingriff sollte im Einzelfall festgelegt werden.
Bei hypertensiven Patienten, die mit ASS behandelt werden, sollte der Blutdruck gut kontrolliert werden, da das Risiko eines hämorrhagischen Schlaganfalls bei unkontrollierten hypertensiven Patienten erhöht ist.
In einigen Fällen von schwerem G6PD-Mangel können hohe Dosen von Acetylsalicylsäure Hämolysen verursachen. Die Verabreichung von Acetylsalicylsäure bei G6PD-Mangel sollte unter strenger ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Reye-Syndrome, sehr seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankungen, wurden bei Kindern mit Anzeichen von Virusinfektionen (insbesondere Windpocken und grippeähnliche Episoden) beobachtet, die Acetylsalicylsäure erhielten. KARDEGIC sollte nicht an Kinder und Jugendliche verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.2).
Die Anwendung dieses Arzneimittels wird während der Stillzeit nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.6).
Die gleichzeitige Einnahme von Acetylsalicylsäure in thrombozytenaggregationshemmenden Dosen wird nicht empfohlen mit (siehe Abschnitt 4.5):
- Anagrelid,
- orale Antikoagulanzien bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Magen-Darm-Geschwüren,
- Clopidogrel (außerhalb der validierten Indikationen für diese Kombination bei akuten Koronarsyndromen),
- Defibrotid,
- Nicorandil,
- Ticlopidin,
- Ticagrelor (außerhalb der validierten Indikationen für diese Kombination bei akuten Koronarsyndromen),
- Probenecid,
- Levothyroxin.
Der Konsum von Alkohol kann das Risiko von gastrointestinalen Läsionen erhöhen und die Blutungszeit bei gleichzeitiger Einnahme von Acetylsalicylsäure verlängern. Daher sollten Patienten, die mit Acetylsalicylsäure behandelt werden, beim Konsum alkoholischer Getränke bis zu 36 Stunden nach der Einnahme der Behandlung Vorsicht walten lassen.
Bekannte Wirkung von Hilfsstoffen
Dieses Arzneimittel enthält Laktose. Seine Anwendung wird bei Patienten mit Galactose-Intoleranz, Lapp-Laktase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorptionssyndrom (seltene erbliche Krankheiten) nicht empfohlen.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Beutel, d.h. es ist im Wesentlichen „natriumfrei“.
4.5. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Mehrere Substanzen sind aufgrund ihrer thrombozytenaggregationshemmenden Eigenschaften an Wechselwirkungen beteiligt: Acetylsalicylsäure, Cilostazol, Ticlopidin und Clopidogrel, Tirofiban, Eptifibatid und Abciximab, Epoprostenol, Iloprost, Trometamol, Prasugrel, Ticagrelor.
Die Anwendung mehrerer thrombozytenaggregationshemmender Mittel erhöht das Blutungsrisiko, ebenso wie ihre Kombination mit anderen Arzneimitteln, die das Blutungsrisiko durch additive Wirkung erhöhen (Heparin und verwandte Moleküle, orale Antikoagulanzien und andere Thrombolytika...). Diese Kombinationen sollten unter regelmäßiger klinischer Überwachung berücksichtigt werden.
Nicht empfohlene Kombinationen
- Orale Antikoagulanzien: Aspirin in thrombozytenaggregationshemmenden Dosen und bei einer Vorgeschichte von Magen-Darm-Geschwüren: Erhöhung des Blutungsrisikos. Gegebenenfalls Kontrolle, insbesondere der Blutungszeit.
- Ticlopidin: Erhöhung des Blutungsrisikos durch Addition der thrombozytenaggregationshemmenden Aktivitäten. Wenn die Kombination nicht vermieden werden kann, enge klinische Überwachung.
- Clopidogrel, außerhalb der validierten Indikationen für diese Kombination bei akuten Koronarsyndromen: Erhöhung des Blutungsrisikos durch Addition der thrombozytenaggregationshemmenden Aktivitäten.
- Ticagrelor, außerhalb der validierten Indikationen für diese Kombination bei akuten Koronarsyndromen: Erhöhung des Blutungsrisikos durch Addition der thrombozytenaggregationshemmenden Aktivitäten.
- Probenecid: Verringerung der urikosurischen Wirkung durch Konkurrenz der Ausscheidung von Harnsäure in den Nierentubuli.
- Anagrelid: Erhöhung der hämorrhagischen Ereignisse.
- Defibrotid: Erhöhtes Blutungsrisiko.
- Nicorandil: Erhöhung des Risikos schwerer gastrointestinaler Komplikationen (Ulzeration, Perforation, Blutung).
- Acetazolamid: Erhöhung der Nebenwirkungen (insbesondere der metabolischen Azidose) von Acetylsalicylsäure in hohen Dosen und Acetazolamid durch Verringerung der Ausscheidung von Acetylsalicylsäure durch Acetazolamid. Erhöhtes Risiko für Toxizität von Acetylsalicylsäure (Erbrechen, Tachykardie, Hyperpnoe, Verwirrung) oder Acetazolamid (Müdigkeit, Lethargie, Schläfrigkeit, Verwirrung, hyperchlorämische metabolische Azidose).
- Levothyroxin: Salicylate, insbesondere in Dosen über 2 g/Tag, können die Bindung von Schilddrüsenhormonen an Transportproteine hemmen und so eine anfängliche vorübergehende Erhöhung der freien Schilddrüsenhormone verursachen, gefolgt von einer allgemeinen Reduzierung des Gesamtspiegels der Schilddrüsenhormone. Daher sollten die Schilddrüsenhormonspiegel überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).
- Pemetrexed: Bei schwacher bis mäßiger Nierenfunktion (zwischen 45 ml/min und 80 ml/min) erhöhtes Risiko für eine erhöhte Toxizität von Pemetrexed (Verringerung seiner renalen Clearance durch Acetylsalicylsäure in entzündungshemmenden Dosen). Enge klinische Überwachung der Toxizität von Pemetrexed.
Kombinationen, die Vorsichtsmaßnahmen erfordern
- Methotrexat (in Dosen > 20 mg/Woche): Aspirin in thrombozytenaggregationshemmenden Dosen: Erhöhung der Toxizität, insbesondere hämatologisch, von Methotrexat (Verringerung seiner renalen Clearance durch Acetylsalicylsäure). Wöchentliche Kontrolle des Blutbildes während der ersten Wochen der Kombination. Erhöhte Überwachung bei eingeschränkter (auch leichter) Nierenfunktion sowie bei älteren Menschen.
- Gastrointestinale Topika, Antazida und Adsorbentien: Verringerung der gastrointestinalen Resorption von Acetylsalicylsäure. Vorsichtshalber sollten diese Topika oder Antazida in einem Abstand von anderen Arzneimitteln eingenommen werden (mehr als 2 Stunden, wenn möglich).
- Cobimetinib: Erhöhung des Blutungsrisikos. Klinische Überwachung.
- Clopidogrel, in den validierten Indikationen für diese Kombination bei akuten Koronarsyndromen: Erhöhung des Blutungsrisikos durch Addition der thrombozytenaggregationshemmenden Aktivitäten. Klinische Überwachung.
- Ticagrelor: in den validierten Indikationen für diese Kombination bei akuten Koronarsyndromen: Erhöhung des Blutungsrisikos durch Addition der thrombozytenaggregationshemmenden Aktivitäten. Klinische Überwachung.
- Ibrutinib: Erhöhung des Blutungsrisikos.
- Valproinsäure: Verringerung der Proteinbindung von Valproinsäure und Hemmung des Metabolismus von Valproinsäure, was zu einer Erhöhung der Gesamt- und freien Valproinsäure-Serumspiegel führt. Enge klinische Überwachung der Valproatspiegel.
- Tenofovir (Tenofovirdisoproxilfumarat): Erhöhtes Risiko für Niereninsuffizienz, insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren für Nierenfunktionsstörungen. Die Nierenfunktion sollte angemessen überwacht werden.
Kombinationen, die berücksichtigt werden sollten
- Orale Antikoagulanzien: Aspirin in thrombozytenaggregationshemmenden Dosen: Erhöhung des Blutungsrisikos.
- Thrombolytika: Erhöhung des Blutungsrisikos.
- Heparine (kurative Dosen und/oder ältere Patienten): Aspirin in thrombozytenaggregationshemmenden Dosen: Erhöhung des Blutungsrisikos (Hemmung der Thrombozytenfunktion und Schädigung der gastroduodenalen Schleimhaut durch Acetylsalicylsäure).
- Heparine (präventive Dosen): Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die auf verschiedenen Ebenen der Hämostase wirken, erhöht das Blutungsrisiko. Daher sollte bei Personen unter 65 Jahren die Kombination von Heparin in präventiven Dosen oder verwandten Substanzen mit Acetylsalicylsäure, unabhängig von der Dosis, unter klinischer und gegebenenfalls biologischer Überwachung berücksichtigt werden.
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Aspirin in thrombozytenaggregationshemmenden Dosen: Erhöhung des ulzerogenen und gastrointestinalen Blutungsrisikos.
- Gemischte adrenerge-serotoninerge Medikamente: Erhöhung des Blutungsrisikos.
- Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer: Erhöhung des Blutungsrisikos.
- Antidiabetika (insbesondere Sulfonylharnstoffe) und Insulin: Verstärkung der antidiabetischen Wirkung.
- Glukokortikoide (außer Hydrocortison in Ersatztherapie): Für analgetische oder antipyretische Dosen von Acetylsalicylsäure (≥ 500 mg pro Einnahme und/oder < 3 g pro Tag): Erhöhung des Blutungsrisikos; Verringerung der Salicylatspiegel im Blut während der Behandlung mit Kortikosteroiden und Risiko einer Salicylatüberdosierung nach dem Absetzen.
- Metamizol: Verringerung der Wirkung von Acetylsalicylsäure auf die Thrombozytenaggregation bei gleichzeitiger Einnahme. Vorsicht bei Patienten, die niedrige Dosen von Acetylsalicylsäure zum kardiovaskulären Schutz einnehmen.
4.6. Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Niedrige Dosen, gleich oder kleiner als 100 mg pro Tag:
Klinische Studien zeigen, dass Dosen bis zu 100 mg/Tag bei extrem begrenzten geburtshilflichen Anwendungen, die eine spezialisierte Überwachung erfordern, sicher zu sein scheinen.
Dosen zwischen 100 und 500 mg pro Tag:
Die klinische Erfahrung mit der Verabreichung von Dosen zwischen 100 mg und 500 mg pro Tag ist unzureichend. Daher gelten die untenstehenden Empfehlungen für Dosen über 500 mg pro Tag auch für diese Dosen.
Dosen gleich oder größer als 500 mg pro Tag:
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Ab Beginn des 6. Schwangerschaftsmonats (24 Wochen Amenorrhoe): Jede Einnahme von KARDEGIC 300 mg, Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen in einem Beutel, auch einmalig, ist kontraindiziert. Eine einmalige Einnahme ab 24 Wochen Amenorrhoe rechtfertigt eine echokardiographische und renale Kontrolle des Fötus und/oder Neugeborenen.
Außer bei absoluter Notwendigkeit sollte KARDEGIC 300 mg, Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen in einem Beutel, nicht bei Frauen verschrieben werden, die eine Schwangerschaft planen oder während der ersten 5 Monate der Schwangerschaft (vor 24 Wochen Amenorrhoe). Gegebenenfalls sollte die Dosis so niedrig wie möglich und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich sein. Eine verlängerte Einnahme wird dringend abgeraten.
Bei Einnahme ab der 20. Schwangerschaftswoche könnte eine kardiologische und renale Überwachung des Fötus erforderlich sein.
Bei Auftreten von Oligohydramnion oder Verengung des Ductus arteriosus sollte die Behandlung mit KARDEGIC 300 mg, Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen in einem Beutel, abgebrochen werden.
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Die Hemmung der Prostaglandinsynthese durch NSAR kann den Verlauf der Schwangerschaft und/oder die Entwicklung des Embryos oder Fötus beeinflussen.
Risiken im Zusammenhang mit der Anwendung im 1. Trimester
Epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass eine Behandlung mit einem Prostaglandinsynthesehemmer im 1. Schwangerschaftstrimester mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten verbunden ist.
Für einige NSAR wird auch ein erhöhtes Risiko für Herzfehlbildungen und Bauchwanddefekte (Gastroschisis) beschrieben. Das absolute Risiko für fetale Herzfehlbildungen stieg von weniger als 1 % auf etwa 1,5 % bei Exposition im 1. Trimester. Das Risiko scheint mit der Dosis und der Dauer der Behandlung zu steigen.
Bei Tieren führt die Verabreichung eines Prostaglandinsynthesehemmers während der Organogenese zu einer erhöhten prä- und postimplantatorischen Verlust, einer erhöhten Embryo-Fötal-Letalität und einer höheren Inzidenz bestimmter Fehlbildungen, einschließlich kardiovaskulärer.
Risiken im Zusammenhang mit der Anwendung im 2. und 3. Trimester
- Ab der 12. Schwangerschaftswoche
Die mütterliche Einnahme eines NSAR setzt den Fötus einem Risiko für funktionelle Nierenschäden aus:
- o In utero (Einleitung der fetalen Diurese): Ein Oligohydramnion kann kurz nach Beginn der Behandlung auftreten. Dies ist in der Regel reversibel nach Absetzen der Behandlung. Es kann sich zu einem Anamnion entwickeln, insbesondere bei längerer Exposition gegenüber einem NSAR.
- o Bei der Geburt: Eine Niereninsuffizienz (reversibel oder nicht) kann beobachtet werden oder bestehen bleiben, insbesondere bei später und längerer Exposition mit einem Risiko für schwere verzögerte Hyperkaliämie.
- Ab der 20. Schwangerschaftswoche:
Neben der funktionellen Nierenschädigung (siehe oben) setzt die mütterliche Einnahme eines NSAR den Fötus einem Risiko für eine Verengung des Ductus arteriosus aus (meist reversibel nach Absetzen der Behandlung).
- Ab der 24. Schwangerschaftswoche:
Das Risiko einer kardiopulmonalen Toxizität (vorzeitiger Verschluss des Ductus arteriosus und pulmonale Hypertonie) wird größer und kann zu einer rechtsseitigen Herzinsuffizienz des Fötus oder Neugeborenen führen, sogar zu einem intrauterinen fetalen Tod. Dieses Risiko ist umso größer und weniger reversibel, je näher die Einnahme am Geburtstermin liegt. Dieser Effekt tritt auch bei einmaliger Einnahme auf
Am Ende der Schwangerschaft (nahe dem Geburtstermin) setzt die Einnahme von NSAR auch die Mutter und das Neugeborene einem Risiko aus:
einer Verlängerung der Blutungszeit aufgrund einer antiaggregatorischen Wirkung, die auch nach Verabreichung sehr niedriger Dosen des Arzneimittels auftreten kann;
einer Hemmung der Uteruskontraktionen, die zu einer Verzögerung des Geburtstermins oder einer verlängerten Geburt führen kann.
Stillzeit
Da Acetylsalicylsäure in die Muttermilch übergeht, wird dieses Arzneimittel während der Stillzeit nicht empfohlen.
Fertilität
Wie alle NSAR kann die Anwendung dieses Arzneimittels vorübergehend die weibliche Fertilität beeinträchtigen, indem es den Eisprung beeinflusst; es wird daher bei Frauen, die ein Kind zeugen möchten, nicht empfohlen. Bei Frauen, die Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden oder Fruchtbarkeitstests durchführen, sollte das Absetzen der Behandlung in Betracht gezogen werden.
4.7. Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Es wurden keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beobachtet.
4.8. Nebenwirkungen
Die Häufigkeit der Nebenwirkungen kann nicht geschätzt werden. Daher werden die Häufigkeiten als unbekannt angegeben.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- Hämorrhagische Syndrome (Hämatom, urogenitale Blutung, Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Purpura...) mit Verlängerung der Blutungszeit. Diese Wirkung hält 4 bis 8 Tage nach Absetzen der Aspirin an. Sie kann ein Blutungsrisiko bei chirurgischen Eingriffen darstellen.
- Gastrointestinale und intrakranielle Blutungen können ebenfalls auftreten. In einigen Fällen kann die Prognose lebensbedrohlich sein. Eine intrakranielle Blutung kann tödlich sein, insbesondere bei älteren Menschen.
- Thrombozytopenie, Panzytopenie, Bicytopenie, aplastische Anämie, Knochenmarkinsuffizienz, Agranulozytose, Neutropenie, Leukopenie.
- Hämolytische Anämie bei Patienten mit G6PD-Mangel (siehe Abschnitt 4.4).
Erkrankungen des Immunsystems
- Überempfindlichkeitsreaktionen, anaphylaktische Reaktionen, Asthma, Bronchospasmus, Angioödem.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- Niedrig dosiertes ASS kann die Ausscheidung von Harnsäure reduzieren, was bei prädisponierten Patienten zu einem Gichtanfall führen kann.
Erkrankungen des zentralen Nervensystems
- Ohrensausen, das bei Langzeitbehandlungen mit hohen Dosen auftreten kann und in der Regel ein Zeichen einer Überdosierung ist (siehe Abschnitt 4.9).
- Gefühl einer verminderten Hörschärfe, das in der Regel das erste Anzeichen einer Überdosierung ist, siehe Abschnitt 4.9.
- Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, die bei Langzeitbehandlungen mit hohen Dosen auftreten können. Bei Schwindel sollte die Behandlung sofort abgebrochen werden.
- Intrakranielle Blutung, die tödlich sein kann, insbesondere bei älteren Menschen.
Herzerkrankungen
- Kounis-Syndrom im Zusammenhang mit einer Überempfindlichkeitsreaktion auf Acetylsalicylsäure.
Gefäßerkrankungen
- Vaskulitiden, einschließlich rheumatoider Purpura von Henoch-Schönlein.
- Blutungen, die tödlich sein können.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- Mögliches nicht-kardiogenes Lungenödem bei Langzeitanwendung, das auch im Zusammenhang mit einer Überempfindlichkeitsreaktion auf Acetylsalicylsäure auftreten kann.
- Bronchospasmus und Asthma.
Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
- Erkrankungen des oberen Verdauungstrakts: Verdauungssymptome wie Bauchschmerzen, Dyspepsie, Hyperazidität wurden berichtet. Läsionen wie Ösophagitis, ösophageale Ulzeration, erosive Gastritis, erosive Duodenitis, Magen- oder Duodenalgeschwür oder sogar eine Perforation des Verdauungstrakts sind beschrieben, die zu Blutungen führen können. Diese Verdauungsblutung kann eine akute oder chronische Anämie verursachen.
- Erkrankungen des unteren Verdauungstrakts wie Dünndarmgeschwüre (Jejunum, Ileum) und Dickdarmgeschwüre (Kolon, Rektum), Kolitis und Darmperforation wurden ebenfalls beschrieben; sowie die Bildung von Diaphragma-Darmstenosen mit unbestimmter Häufigkeit a.
- Die gastrointestinale Toxizität von ASS ist dosisabhängig und tritt bereits bei einer Dosis von 75 mg auf. Eine verlängerte Einnahme von Aspirin kann eine Gastritis, gastroduodenale Erosionen oder die Ausweitung bestehender Ulzerationen verursachen. Die Blutung, die auftreten kann, wird durch die antithrombotische Wirkung von Aspirin verschlimmert; die Blutung kann asymptomatisch sein (Hämatemesis und Meläna sind selten); häufiger wird eine chronische Anämie beobachtet.
- Diese Reaktionen können bei Patienten mit oder ohne Warnzeichen oder schwerwiegender gastrointestinaler Vorgeschichte auftreten.
- Akute Pankreatitis im Zusammenhang mit einer Überempfindlichkeitsreaktion auf Acetylsalicylsäure.
Erkrankungen der Leber und Gallenwege
- Erhöhung der Leberenzyme, Leberschädigung hauptsächlich hepatozellulär.
- Chronische Hepatitis.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- Urtikaria, Hautreaktionen.
- Fixes pigmentiertes Erythem.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- Reye-Syndrom (insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit Anzeichen von Virusinfektionen (insbesondere Windpocken und grippeähnliche Episoden) - siehe Abschnitt 4.4).
- Ödeme wurden bei hohen Dosen (entzündungshemmende Dosen) von Acetylsalicylsäure berichtet.
- a Die Bildung von Diaphragma-Darmstenosen wurde nach chronischer Anwendung berichtet.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung des Arzneimittels ist wichtig. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Gesundheitsfachkräfte melden jeden Verdacht auf Nebenwirkungen über das nationale Meldesystem: Nationale Agentur für die Sicherheit von Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten (ANSM) und Netzwerk der regionalen Zentren für Pharmakovigilanz - Website: https://signalement.social-sante.gouv.fr/
4.9. Überdosierung
Eine Überdosierung ist aufgrund der geringen Menge an Acetylsalicylsäure in KARDEGIC unwahrscheinlich. Dennoch können Fälle von Vergiftungen (versehentliche Überdosierung) bei sehr kleinen Kindern oder therapeutische Überdosierungen bei älteren Menschen auftreten, wie unten beschrieben.
Symptome:
- Mäßige Vergiftung: Ohrensausen, Gefühl einer verminderten Hörschärfe, Kopfschmerzen, Schwindel sind Anzeichen einer Überdosierung und können durch Reduzierung der Dosierung kontrolliert werden.
- Schwere Vergiftung: Bei Kindern kann eine Überdosierung ab 100 mg/kg in einer einzigen Einnahme tödlich sein. Die Symptome sind: Fieber, Hyperventilation, Ketose, respiratorische Alkalose, metabolische Azidose, Koma, kardiovaskulärer Kollaps, Ateminsuffizienz, schwere Hypoglykämie.
Ein lebensbedrohliches nicht-kardiogenes Lungenödem kann bei akuter und chronischer Überdosierung mit Acetylsalicylsäure auftreten (siehe Abschnitt 4.8).
Notfallmaßnahmen:
- sofortiger Transfer in eine spezialisierte Krankenhausumgebung,
- gastrointestinale Dekontamination und Verabreichung von Aktivkohle,
- Kontrolle des Säure-Basen-Gleichgewichts,
- alkalische Diurese zur Erzielung eines Urin-pH zwischen 7,5 und 8,
- Möglichkeit der Hämodialyse bei schweren Vergiftungen,
- symptomatische Behandlung.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1. Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: ANTITHROMBOTIKA/THROMBOZYTENAGGREGATIONSHEMMER, HEPARIN AUSGESCHLOSSEN (ATC-Code: B01AC06).
Aspirin ist ein Inhibitor der Thrombozytenaktivierung: Durch Acetylierung der Thrombozyten-Cyclooxygenase hemmt es die Synthese von Thromboxan A2, einer physiologischen Aktivatorsubstanz, die von den Thrombozyten freigesetzt wird und eine Rolle bei den Komplikationen atheromatöser Läsionen spielt.
Wiederholte Dosen von 20 bis 325-330 mg führen zu einer Hemmung der Enzymaktivität von 30 bis 95 %. Über 325-330 mg hinaus nimmt die Hemmwirkung nur geringfügig zu, und die Wirkung auf die Thrombozytenaggregation ist nahezu identisch.
Die hemmende Wirkung erschöpft sich bei längerer Behandlung nicht, und die Enzymaktivität nimmt allmählich mit der Erneuerung der Thrombozyten 24 bis 48 Stunden nach Absetzen der Behandlung wieder zu.
Bei der empfohlenen Dosierung reduziert Aspirin die Synthese von endothelialem Prostacyclin, aber die klinische Bedeutung dieser Wirkung ist unklar und scheint in der Praxis weniger wichtig zu sein als in der Theorie.
Aspirin verlängert die Blutungszeit im Durchschnitt um etwa 50 bis 100 %, aber individuelle Schwankungen können beobachtet werden.
Bei niedrigen Dosen tritt die thrombozytenaggregationshemmende Wirkung von Aspirin nach 48 bis 72 Stunden auf, während bei höheren Dosen (300 bis 330 mg) und mit einer schnell resorbierbaren Form die thrombozytenaggregationshemmende Wirkung schneller eintritt, was die Verwendung höherer Dosen und schnell resorbierbarer Formen in kardiologischen Notfallsituationen rechtfertigt (siehe Abschnitt 4.2).
Experimentelle Daten deuten darauf hin, dass Ibuprofen die thrombozytenaggregationshemmende Wirkung einer niedrigen Dosis Aspirin hemmen kann, wenn sie gleichzeitig eingenommen werden. Eine Studie mit einer Einzeldosis von 400 mg Ibuprofen, die 8 Stunden vor oder innerhalb von 30 Minuten nach der Einnahme von 81 mg sofort freisetzendem Aspirin eingenommen wurde, zeigte eine Verringerung der Wirkung von Aspirin auf die Thromboxanbildung oder die Thrombozytenaggregation. Aufgrund der Grenzen dieser ex vivo-Daten und der Unsicherheiten hinsichtlich ihrer klinischen Extrapolation können jedoch keine endgültigen Schlussfolgerungen für die regelmäßige Anwendung von Ibuprofen gezogen werden; im Übrigen erscheint bei gelegentlicher Anwendung von Ibuprofen das Auftreten eines klinisch relevanten Effekts unwahrscheinlich (siehe Abschnitt 4.5).
Sechs Primärpräventionsstudien (Aspirin versus Placebo) wurden bei Personen mit in der Regel geringem bis mäßigem kardiovaskulärem Risiko durchgeführt. Die Metaanalyse dieser 6 Studien zeigte eine signifikante Verringerung kardiovaskulärer Ereignisse (um etwa 3 pro 1000) auf Kosten einer Tendenz zur Erhöhung schwerer hämorrhagischer Ereignisse (geschätzt auf 2 pro 1000). Die Populationen der in die Metaanalyse eingeschlossenen Studien sind jedoch zu heterogen, um festzustellen, bei welchen Patienten Aspirin ein günstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis in der Primärprävention aufweist. Der potenzielle Nutzen der Behandlung mit Aspirin in der Primärprävention bei Personen mit hohem Risiko sollte daher gegen das erhöhte Blutungsrisiko abgewogen werden, insbesondere bei älteren Menschen, bei denen dieses Blutungsrisiko erhöht ist.
Eine randomisierte Studie (CLIPS-Studie), doppelblind, über einen Zeitraum von 2 Jahren, verglich die Wirksamkeit von Aspirin (in einer Dosis von 100 mg) in Kombination mit hohen Dosen von Antioxidantien (600 mg Vitamin E in Kombination mit 250 mg Vitamin C und 20 mg Beta-Carotin) mit einem Placebo bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) im Stadium I oder II. Der primäre Endpunkt (kombinierter Endpunkt) war die Inzidenz von tödlichen und nicht tödlichen vaskulären Ereignissen (Myokardinfarkt, Schlaganfall, Lungenembolie) sowie Ischämien der unteren Extremitäten. 366 Patienten (185 Patienten in der Aspirin-Gruppe und 181 in der Placebo-Gruppe) wurden eingeschlossen. Die Ergebnisse zeigen, dass Aspirin das Risiko vaskulärer Ereignisse signifikant um 58 % reduziert [p = 0,013 oder HR=0,42 (95 % CI: 0,21-0,83)].
Die Metaanalyse der Antithrombotic Trialists’ Collaboration von 2002 bewertete die Wirkung einer thrombozytenaggregationshemmenden Behandlung im Vergleich zu keiner solchen Behandlung in 195 randomisierten Studien mit insgesamt 135.640 Patienten mit hohem vaskulärem Risiko. Die Ergebnisse zeigen unter AAP-Behandlung eine signifikante Verringerung (p < 0,0001) des Risikos schwerer vaskulärer Ereignisse (nicht tödlicher Myokardinfarkt [MI], nicht tödlicher Schlaganfall oder vaskulärer Tod) um etwa 22 % und eine signifikante Verringerung (p < 0,0001) aller Komponenten dieses Endpunkts in allen betroffenen Patientenkategorien (Vorgeschichte von MI, akuter MI, Vorgeschichte von Schlaganfall oder TIA, Schlaganfall, andere Patienten mit hohem Risiko).
Ein Update der Metaanalyse der ATC 2002, beschränkt auf Studien, die die Wirksamkeit von Aspirin allein bewerteten, umfasste 46 Studien mit insgesamt 87.654 Patienten mit hohem vaskulärem Risiko und bestätigter ischämischer Arterienerkrankung (koronare Herzkrankheit, zerebrovaskulär, PAVK). Die Ergebnisse dieser Metaanalyse zeigen, dass Aspirin einen Nutzen bei der Verringerung vaskulärer Ereignisse (21 %, p < 0,0001), nicht tödlicher Myokardinfarkte (40 %, p < 0,0001), nicht tödlicher Schlaganfälle (22 %, p < 0,0001) und der Gesamtmortalität (14 %, p < 0,0001) bietet. Das Risiko schwerer Blutungen wird durch Aspirin signifikant um 87 % erhöht (p < 0,0001). In der Kategorie der Patienten mit PAVK (7 Studien - einschließlich der CLIPS-Studie - mit 1710 Patienten) reduzierte Aspirin das Risiko vaskulärer Ereignisse signifikant um 50 % (p = 0,01) und nicht tödlicher Schlaganfälle um 74 %. Die Unterschiede bei den anderen Endpunkten waren nicht signifikant.
16 randomisierte Studien zur Prävention von Schlaganfällen durch eine antithrombotische Therapie wurden bei 9874 Patienten mit Vorhofflimmern durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Metaanalyse zeigten, dass Aspirin weniger wirksam als Warfarin, aber dennoch wirksamer als Placebo war (Reduzierung der zerebrovaskulären Ereignisse um 22 % für Aspirin [95 % CI: 2 %-38 %] gegenüber 62 % für Warfarin [95 % CI: 48 %-72 %]). Die Behandlung mit Aspirin sollte bei Patienten mit geringem thromboembolischem Risiko* bevorzugt werden, für die eine Behandlung mit Vitamin-K-Antagonisten nicht angezeigt wäre, und bei Patienten mit einer Kontraindikation für Vitamin-K-Antagonisten oder wenn das Blutungsrisiko durch Vitamin-K-Antagonisten als übermäßig erscheint.
*Nach internationalen Empfehlungen sind Patienten mit einem oder mehreren der folgenden Risikofaktoren einem hohen thromboembolischen Risiko ausgesetzt: Vorgeschichte von Schlaganfall, transitorischer ischämischer Attacke oder Embolie, Mitralstenose, Herzklappenprothese; und einem geringen thromboembolischen Risiko ausgesetzt, wenn sie keinen Risikofaktor oder nur einen moderaten Risikofaktor wie Alter ≥ 75 Jahre, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, eine Ejektionsfraktion ≤ 35 % und Diabetes aufweisen.
5.2. Pharmakokinetische Eigenschaften
Da sich Lysinacetylsalicylat sofort und vollständig im Wasser dissoziiert, erfolgt die Resorption schnell in Form von Acetylsalicylsäure im Magen-Darm-Trakt.
Acetylsalicylsäure wird im Plasma schnell zu Salicylsäure hydrolysiert; der maximale Blutspiegel wird in 30 bis 40 Minuten erreicht, je nachdem, ob der Patient nüchtern ist oder nicht.
Plasmatische Salicylate sind größtenteils an Plasmaproteine gebunden und werden in der Leber (Konjugation und Hydroxylierung) zu aktiven Metaboliten umgewandelt.
Alle Metaboliten sowie Salicylsäure werden über die Nieren ausgeschieden. Die Clearance steigt mit dem Urin-pH. Der sättigbare Charakter der Glycuronidierung an der Säurefunktion der Salicylsäure und der Glycuronidierung an der Phenolfunktion ist verantwortlich für eine Akkumulationskinetik, die bei längerer Behandlung mit hohen Dosierungen berücksichtigt werden muss: Die Eliminationshalbwertszeit von Salicylsäure ist dosisabhängig.
5.3. Präklinische Sicherheitsdaten
Entfällt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1. Liste der sonstigen Bestandteile
Glycin, Mandarinengeschmack (ätherisches Öl aus Mandarinenschale, konzentrierter Orangensaft, ätherisches Orangenöl, Laktose, Maltodextrin, Gummi arabicum, Butylhydroxyanisol), Ammoniumglycyrrhizat.
6.2. Inkompatibilitäten
Entfällt.
6.3. Dauer der Haltbarkeit
2 Jahre.
6.4. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Bei einer Temperatur von nicht mehr als 25°C lagern.
Die Beutel im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
6.5. Art und Inhalt des Behältnisses
613,8 mg in einem Beutel (Papier/Aluminium/PE), Packung mit 30 oder 100.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist gemäß den örtlichen Vorschriften zu entsorgen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
SUBSTIPHARM
24 RUE ERLANGER
75016 PARIS
8. ZULASSUNGSNUMMER(N)
- 34009 332 265 5 8: 613,8 mg in einem Beutel (Papier/Aluminium/PE), Packung mit 30.
- 34009 556 686 4 0: 613,8 mg in einem Beutel (Papier/Aluminium/PE), Packung mit 100.
9. DATUM DER ERSTZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
[vom Inhaber später auszufüllen]
10. STAND DER INFORMATION
[vom Inhaber später auszufüllen]
11. DOSIMETRIE
Entfällt.
12. ANWEISUNGEN FÜR DIE HERSTELLUNG VON RADIOPHARMAZEUTIKA
Entfällt.
VERORDNUNGS- UND ABGABEBEDINGUNGEN
Arzneimittel nicht verschreibungspflichtig.