ANSM - Aktualisiert am: 29/01/2026
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Ibuprofen … 400 mg
In Form von Ibuprofen-DL-Lysin … 684 mg
Pro Filmtablette.
Für die vollständige Liste der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette.
Weiße, ovale, bikonvexe Filmtablette. Die Filmtablette ist 20,2 mm lang, 9,2 mm breit und 6,2 bis 6,8 mm hoch.
Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1. Anwendungsgebiete
Symptomatische Kurzzeitbehandlung von:
- leichten bis mäßigen Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen und Menstruationsbeschwerden;
- Fieber und Schmerzen im Zusammenhang mit Erkältungen.
Indiziert bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 20 kg Körpergewicht (ab 6 Jahren).
4.2. Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Um die Symptome zu lindern, sollte die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten Zeitraum angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4).
Das Produkt wird wie in der nachstehenden Tabelle angegeben dosiert. Die Dosierung von IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette bei Kindern und Jugendlichen basiert auf dem Körpergewicht und dem Alter und liegt in der Regel zwischen einer Einzeldosis von 7 bis 10 mg/kg Körpergewicht und einer maximalen Tagesdosis von 30 mg/kg Körpergewicht.
Das Intervall zwischen den Einnahmen variiert je nach Symptomen und maximaler Tagesdosis. Zwischen den Einnahmen sollten mindestens 6 Stunden liegen. Die empfohlene Dosis nicht überschreiten.
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Körpergewicht
(Alter)
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Einzeldosis
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Maximale Tagesdosis
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20 - 29 kg
(Kind von 6 bis 9 Jahren)
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200 mg Ibuprofen
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600 mg Ibuprofen
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30 - 39 kg
(Kind von 10 bis 11 Jahren)
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200 mg Ibuprofen
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800 mg Ibuprofen
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≥ 40 kg
(Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene)
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200 oder 400 mg Ibuprofen
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1200 mg Ibuprofen
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Nur für die Kurzzeitanwendung.
Wenn dieses Arzneimittel bei Fieber länger als 3 Tage oder bei Schmerzen länger als 4 Tage erforderlich ist oder sich die Symptome verschlimmern, sollte der Patient einen Arzt konsultieren.
Besondere Patientengruppen
Ältere Menschen:
Keine spezielle Dosisanpassung erforderlich. Ältere Menschen sollten aufgrund möglicher Nebenwirkungen engmaschig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).
Niereninsuffizienz:
Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz ist keine Dosisreduktion erforderlich (bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz siehe Abschnitt 4.3).
Leberinsuffizienz (siehe Abschnitt 5.2):
Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz ist keine Dosisreduktion erforderlich (bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz siehe Abschnitt 4.3).
Kinder und Jugendliche:
IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette ist kontraindiziert bei Kindern mit einem Körpergewicht unter 20 kg oder jünger als 6 Jahre (siehe Abschnitt 4.3). Wenn die Einnahme dieses Arzneimittels bei Kindern (über 6 Jahre) und/oder Jugendlichen (über 12 Jahre) länger als 3 Tage erforderlich ist oder sich die Symptome verschlimmern, sollte ein Arzt konsultiert werden.
Art der Anwendung
Zum Einnehmen.
Die Tablette unzerkaut mit ausreichend Wasser während oder nach einer Mahlzeit einnehmen.
Patienten mit empfindlichem Magen sollten IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette mit Nahrung einnehmen.
Das Auftreten von Nebenwirkungen kann durch die Anwendung der niedrigsten wirksamen Dosis über den kürzesten Zeitraum, der zur Linderung der Symptome erforderlich ist, minimiert werden (siehe Abschnitt 4.4).
4.3. Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
- Vorgeschichte von Bronchospasmus, Asthma, Rhinitis, Angioödem oder Urtikaria, ausgelöst durch die Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).
- Unerklärliche hämatopoetische Störungen.
- Aktives peptisches Ulkus, wiederkehrende peptische Ulkuskrankheit, gastrointestinale Blutung oder wiederkehrende gastrointestinale Blutung in der Vorgeschichte (2 oder mehr separate Episoden von nachgewiesener Blutung oder Ulzeration).
- Vorgeschichte von gastrointestinalen Blutungen oder Perforationen im Zusammenhang mit einer früheren NSAR-Therapie.
- Zerebrovaskuläre oder andere aktive Blutungen.
- Schwere Leber- oder Niereninsuffizienz.
- Schwere Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse IV).
- Schwere Dehydratation (aufgrund von Erbrechen, Durchfall oder unzureichender Flüssigkeitsaufnahme).
- Letztes Trimester der Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6).
- IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette ist kontraindiziert bei Kindern mit einem Körpergewicht unter 20 kg oder jünger als 6 Jahre, da diese Dosierung aufgrund des hohen Wirkstoffgehalts nicht geeignet ist.
4.4. Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Das Auftreten von Nebenwirkungen kann durch die Anwendung der niedrigsten wirksamen Dosis über den kürzesten Zeitraum, der zur Linderung der Symptome erforderlich ist, minimiert werden (siehe Abschnitt 4.2 und unten Gastrointestinale und kardiovaskuläre Effekte).
Verschleierung der Symptome einer zugrunde liegenden Infektion:
IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette kann die Symptome einer Infektion verschleiern, was die Einleitung einer angemessenen Behandlung verzögern und so den Verlauf der Infektion verschlechtern kann. Dies wurde bei bakterieller ambulant erworbener Pneumonie und bakteriellen Komplikationen bei Windpocken beobachtet. Wenn IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette zur Linderung von Fieber oder Schmerzen im Zusammenhang mit einer Infektion verabreicht wird, wird empfohlen, die Infektion zu überwachen. Außerhalb des Krankenhauses sollte der Patient einen Arzt konsultieren, wenn die Symptome anhalten oder sich verschlimmern.
Gastrointestinale Verträglichkeit:
Die gleichzeitige Anwendung von IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette mit anderen NSAR, einschließlich selektiver Cyclooxygenase-2-Inhibitoren, sollte vermieden werden.
Ältere Menschen:
Ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für NSAR-bedingte Nebenwirkungen, insbesondere für gastrointestinale Blutungen und Perforationen, die tödlich sein können (siehe Abschnitt 4.2).
Gastrointestinale Blutungen, Ulzerationen und Perforationen:
Gastrointestinale Blutungen, Ulzerationen oder Perforationen, die tödlich sein können, wurden mit allen NSAR berichtet, zu jedem Zeitpunkt der Behandlung, mit oder ohne Warnsymptome oder einer Vorgeschichte schwerwiegender gastrointestinaler Ereignisse.
Das Risiko für gastrointestinale Blutungen, Ulzerationen oder Perforationen steigt mit der Dosis von NSAR bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Ulzera, insbesondere bei Komplikationen wie Blutungen oder Perforationen (siehe Abschnitt 4.3) sowie bei älteren Menschen. Bei diesen Patienten sollte die Behandlung mit der niedrigsten möglichen Dosis begonnen werden. Ein mukosaprotektiver Therapieansatz (z. B. Misoprostol oder Protonenpumpenhemmer) sollte für diese Patienten in Betracht gezogen werden, ebenso wie für Patienten, die eine Behandlung mit niedrigen Dosen von Acetylsalicylsäure oder anderen Arzneimitteln benötigen, die das gastrointestinale Risiko erhöhen können (siehe unten und Abschnitt 4.5).
Patienten mit einer Vorgeschichte von gastrointestinalen Erkrankungen, insbesondere ältere Patienten, sollten ungewöhnliche abdominale Symptome (insbesondere gastrointestinale Blutungen) melden, insbesondere zu Beginn der Behandlung.
Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten, die gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, die das Risiko für Ulzerationen oder Blutungen erhöhen können, wie orale Kortikosteroide, orale Antikoagulanzien wie Warfarin, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure (siehe Abschnitt 4.5).
Bei Auftreten von gastrointestinalen Blutungen oder Ulzerationen bei einem Patienten, der Ibuprofen erhält, sollte die Behandlung abgebrochen werden.
NSAR sollten bei Patienten mit einer Vorgeschichte von gastrointestinalen Erkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) mit Vorsicht angewendet werden, da sich die Erkrankung verschlechtern kann (siehe Abschnitt 4.8).
Kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Effekte:
Vorsicht ist geboten (Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker) vor Beginn der Behandlung bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Bluthochdruck und/oder Herzinsuffizienz, da Flüssigkeitsretention, Bluthochdruck und Ödeme im Zusammenhang mit einer NSAR-Behandlung berichtet wurden.
Klinische Studien deuten darauf hin, dass die Anwendung von Ibuprofen, insbesondere in hohen Dosen (2400 mg pro Tag), mit einem geringfügig erhöhten Risiko für arterielle thrombotische Ereignisse (z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall) verbunden sein kann. Insgesamt zeigen epidemiologische Studien keine Verbindung zwischen niedrigen Dosen von Ibuprofen (≤ 1200 mg pro Tag) und einem erhöhten Risiko für thrombotische Ereignisse.
Patienten mit unkontrolliertem Bluthochdruck, kongestiver Herzinsuffizienz (NYHA-Klassen II-III), etablierter ischämischer Herzerkrankung, peripherer arterieller Erkrankung und/oder zerebrovaskulärer Erkrankung sollten nur nach sorgfältiger Abwägung mit Ibuprofen behandelt werden, und die Anwendung hoher Dosen (2400 mg/Tag) sollte vermieden werden.
Besondere Vorsicht ist auch geboten, bevor eine Langzeitbehandlung bei Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren (z. B. Bluthochdruck, Hyperlipidämie, Diabetes, Rauchen) begonnen wird, insbesondere wenn hohe Dosen von Ibuprofen (2400 mg/Tag) erforderlich sind.
Fälle des Kounis-Syndroms wurden bei Patienten berichtet, die mit IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette behandelt wurden. Das Kounis-Syndrom wurde als kardiovaskuläre Symptome definiert, die sekundär zu einer allergischen oder hypersensitiven Reaktion auftreten und mit einer Verengung der Koronararterien verbunden sind, was zu einem Herzinfarkt führen kann.
Schwere Hautreaktionen (SCAR)
Windpocken können in Ausnahmefällen schwere infektiöse Komplikationen der Haut und des Weichgewebes verursachen (siehe Abschnitt 4.8). Bis heute kann die Rolle von NSAR bei der Verschlimmerung dieser Infektionen nicht ausgeschlossen werden. Daher ist es ratsam, die Anwendung von IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette bei Windpocken zu vermeiden.
Schwere Hautreaktionen (SCAR), wie exfoliative Dermatitis, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN), Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS oder Hypersensitivitätssyndrom) und akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), die lebensbedrohlich oder tödlich sein können, wurden im Zusammenhang mit der Anwendung von Ibuprofen berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die meisten dieser Reaktionen traten im ersten Behandlungsmonat auf.
Bei Auftreten von Anzeichen und Symptomen, die auf diese Reaktionen hindeuten, sollte die Einnahme von Ibuprofen sofort abgebrochen und eine andere Behandlung in Betracht gezogen werden (falls erforderlich).
Weitere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:
IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette sollte nicht angewendet werden, es sei denn, der potenzielle Nutzen überwiegt eindeutig das potenzielle Risiko bei Patienten mit:
- Angeborener Störung des Porphyrinstoffwechsels (z. B. akute intermittierende Porphyrie)
- Systemischem Lupus erythematodes (SLE) und Mischkollagenose (siehe Abschnitt 4.8)
Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit folgenden Problemen:
- Gastrointestinale Störungen oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) (siehe Abschnitt 4.8),
- Bluthochdruck und/oder Herzinsuffizienz,
- Niereninsuffizienz (da bei Patienten mit bereits bestehender Nierenerkrankung eine akute Verschlechterung der Nierenfunktion auftreten kann),
- Dehydratation,
- Leberinsuffizienz,
- direkt nach einer größeren Operation,
- Heuschnupfen, Nasenpolypen oder chronisch obstruktive Lungenerkrankung, da ein erhöhtes Risiko für allergische Reaktionen besteht. Diese Reaktionen können sich als Asthmaanfälle (als „Analgetika-Asthma“ bezeichnet), Angioödem oder Urtikaria manifestieren.
- bei Patienten, die bereits allergische Reaktionen auf andere Substanzen gezeigt haben, da sie während der Anwendung von IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette eher zu Überempfindlichkeitsreaktionen neigen.
Schwere und akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock) wurden sehr selten beobachtet. Die Behandlung sollte bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion, die nach der Einnahme/Anwendung von IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette auftreten, abgebrochen werden. Abhängig von den Symptomen sollten alle erforderlichen klinischen Maßnahmen von spezialisiertem Personal eingeleitet werden.
Ibuprofen, der Wirkstoff in IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette, verlängert die Blutungszeit durch reversible Hemmung der Thrombozytenaggregation. Patienten mit Blutgerinnungsstörungen sollten daher während der Behandlung engmaschig überwacht werden.
Bei längerer Anwendung von IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette wird empfohlen, die Leber- und Nierenfunktion sowie das Blutbild regelmäßig zu kontrollieren.
Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme sollte während der Behandlung sichergestellt werden, um eine Dehydratation und eine mögliche Verstärkung der Nierentoxizität von Ibuprofen zu vermeiden.
Die langfristige Anwendung jeglicher Art von Analgetika bei Kopfschmerzen kann diese verschlimmern. Bei Vorliegen oder Verdacht auf eine solche Situation sollte ärztlicher Rat eingeholt und die Behandlung abgebrochen werden. Die Diagnose von medikamenteninduzierten Kopfschmerzen (MÜK) sollte bei Patienten in Betracht gezogen werden, die häufig oder täglich Kopfschmerzen haben, trotz (oder wegen) der regelmäßigen Einnahme von Kopfschmerzmitteln.
Im Allgemeinen kann die regelmäßige Anwendung von Analgetika, insbesondere in Kombination mit mehreren Wirkstoffen zur Schmerzlinderung, zu einer dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-Nephropathie) führen.
Bei der Anwendung von NSAR kann der gleichzeitige Konsum von Alkohol die durch den Wirkstoff induzierten Nebenwirkungen verstärken, insbesondere im Magen-Darm-Trakt oder im zentralen Nervensystem.
NSAR können die Symptome einer Infektion und Fieber verschleiern.
Kinder und Jugendliche: Dehydrierte Kinder und Jugendliche haben ein Risiko für Nierenversagen.
Siehe Abschnitt 4.6 bezüglich der weiblichen Fruchtbarkeit.
4.5. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Ibuprofen (wie andere NSAR) sollte bei Patienten, die folgende Medikamente erhalten, mit Vorsicht angewendet werden:
Andere NSAR, einschließlich Salicylate:
Die gleichzeitige Anwendung mehrerer NSAR könnte das Risiko für Ulzera und gastrointestinale Blutungen aufgrund eines synergistischen Effekts erhöhen. Daher sollte die gleichzeitige Anwendung von Ibuprofen mit anderen NSAR vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4).
Digoxin, Phenytoin, Lithium:
Die gleichzeitige Anwendung von IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette und Behandlungen, die Digoxin, Phenytoin oder Lithium enthalten, kann die Serumkonzentrationen dieser Medikamente erhöhen. Eine Überwachung der Serumspiegel von Lithium, Digoxin und Phenytoin ist bei korrekter Anwendung (maximal 4 Tage) in der Regel nicht erforderlich.
Diuretika, ACE-Hemmer, Betablocker und Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten:
Nichtsteroidale Antirheumatika könnten die Wirkung von Diuretika und bestimmten anderen blutdrucksenkenden Medikamenten verringern. Bei einigen Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (z. B. dehydrierte Patienten oder ältere Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion) könnte die gleichzeitige Verabreichung von ACE-Hemmern, Betablockern oder Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten und cyclooxygenasehemmenden Wirkstoffen zu einer weiteren Verschlechterung der Nierenfunktion führen, einschließlich eines akuten Nierenversagens, das in der Regel reversibel ist. Daher sollten bei einer Kombination Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, insbesondere bei älteren Menschen. Dem Patienten sollte geraten werden, eine ausreichende Menge Flüssigkeit zu trinken, und es sollte in Erwägung gezogen werden, die Nierenfunktion zu Beginn der Kombination und regelmäßig während der Behandlung und danach periodisch zu überwachen.
Die gleichzeitige Anwendung von IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette und kaliumsparenden Diuretika kann zu einer Hyperkaliämie führen (Kontrolle des Serumkaliums empfohlen).
Glukokortikoide:
Erhöhtes Risiko für gastrointestinale Ulzerationen oder Blutungen (siehe Abschnitt 4.4).
Thrombozytenaggregationshemmer und selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI):
Erhöhtes Risiko für gastrointestinale Blutungen (siehe Abschnitt 4.4).
Acetylsalicylsäure:
Die gleichzeitige Anwendung von Ibuprofen und Acetylsalicylsäure wird in der Regel nicht empfohlen, da das Risiko für Nebenwirkungen erhöht sein könnte.
Experimentelle Daten deuten darauf hin, dass Ibuprofen die thrombozytenaggregationshemmende Wirkung einer niedrigen Dosis Acetylsalicylsäure bei gleichzeitiger Einnahme kompetitiv hemmen kann. Obwohl diese Daten Unsicherheiten hinsichtlich der Extrapolation auf die klinische Situation aufweisen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die langfristige Anwendung von Ibuprofen die kardioprotektive Wirkung niedriger Dosen von Acetylsalicylsäure verringert. Bei gelegentlicher Anwendung von Ibuprofen erscheint das Auftreten eines klinisch relevanten Effekts jedoch unwahrscheinlich (siehe Abschnitt 5.1).
Methotrexat:
Die Verabreichung von IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette innerhalb von 24 Stunden vor oder nach der Verabreichung von Methotrexat kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen von Methotrexat und einer Zunahme seiner toxischen Wirkung führen.
Ciclosporin:
Erhöhtes Risiko für Nierenschäden bei gleichzeitiger Anwendung mit bestimmten nichtsteroidalen Antirheumatika. Dieses Risiko kann für die Kombination von Ciclosporin und Ibuprofen nicht ausgeschlossen werden.
Antikoagulanzien:
Nichtsteroidale Antirheumatika können die Wirkung von Antikoagulanzien wie Warfarin verstärken (siehe Abschnitt 4.4).
Sulfonylharnstoffe:
Klinische Studien haben Wechselwirkungen zwischen nichtsteroidalen Antirheumatika und Antidiabetika (Sulfonylharnstoffe) gezeigt. Obwohl Wechselwirkungen zwischen Ibuprofen und Sulfonylharnstoffen bisher nicht beschrieben wurden, wird aus Vorsichtsgründen eine Kontrolle des Blutzuckerspiegels bei gleichzeitiger Anwendung empfohlen.
Tacrolimus:
Erhöhtes Risiko für Nephrotoxizität bei gleichzeitiger Anwendung beider Präparate.
Zidovudin:
Es gibt Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Hämarthrosen und Hämatome bei HIV-positiven Hämophilen, die eine gleichzeitige Behandlung mit Zidovudin und Ibuprofen erhalten.
Probenecid und Sulfinpyrazon:
Arzneimittel, die Probenecid oder Sulfinpyrazon enthalten, können die Ausscheidung von Ibuprofen verzögern.
Chinolon-Antibiotika:
Tierdaten deuten darauf hin, dass NSAR das Risiko für Krampfanfälle im Zusammenhang mit Chinolon-Antibiotika erhöhen können. Patienten, die NSAR und Chinolone einnehmen, könnten ein erhöhtes Risiko für Krampfanfälle haben.
CYP2C9-Inhibitoren:
Die gleichzeitige Verabreichung von Ibuprofen und CYP2C9-Inhibitoren kann die Exposition gegenüber Ibuprofen (CYP2C9-Substrat) erhöhen. In einer Studie mit Voriconazol und Fluconazol (CYP2C9-Inhibitoren) wurde eine Erhöhung der Exposition gegenüber S(+)-Ibuprofen um etwa 80 bis 100 % beobachtet. Eine Dosisreduktion von Ibuprofen sollte in Betracht gezogen werden, wenn starke CYP2C9-Inhibitoren gleichzeitig verabreicht werden, insbesondere bei der Verabreichung hoher Dosen von Ibuprofen mit Voriconazol oder Fluconazol.
4.6. Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Die Hemmung der Prostaglandinsynthese kann sich nachteilig auf die Schwangerschaft und/oder die embryonale/fetale Entwicklung auswirken. Daten aus epidemiologischen Studien legen nahe, dass es ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten, Herzfehlbildungen und Gastroschisis nach der Anwendung von Prostaglandinsynthesehemmern zu Beginn der Schwangerschaft gibt. Es wird angenommen, dass das Risiko mit der Dosis und der Dauer der Behandlung zunimmt.
Bei Tieren führt die Verabreichung eines Prostaglandinsynthesehemmers zu einem Anstieg des prä- und postimplantativen Verlusts und der embryofetalen Letalität. Darüber hinaus wurde bei Tieren, die während der Organogenese einen Prostaglandinsynthesehemmer erhielten, eine erhöhte Inzidenz verschiedener Missbildungen, einschließlich kardiovaskulärer Missbildungen, berichtet.
Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann die Anwendung von IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette zu Oligohydramnion führen, das auf eine fetale Nierenfunktionsstörung zurückzuführen ist. Dieser Effekt kann kurz nach Beginn der Behandlung auftreten und ist in der Regel reversibel nach Absetzen der Behandlung. Darüber hinaus wurden Fälle von Verengung des Ductus arteriosus nach einer Behandlung im zweiten Trimester berichtet, von denen sich die meisten nach Absetzen der Behandlung auflösten. Daher sollte IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette im ersten und zweiten Trimester der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist unbedingt erforderlich. Wenn IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette von einer Frau angewendet wird, die versucht, schwanger zu werden, oder während der ersten beiden Trimester ihrer Schwangerschaft, sollte die Dosis so niedrig wie möglich und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich sein. Eine pränatale Überwachung des Oligohydramnions und der Verengung des Ductus arteriosus sollte nach einer Exposition gegenüber IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette über mehrere Tage ab der 20. Schwangerschaftswoche in Betracht gezogen werden. Die Behandlung mit IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette sollte bei Oligohydramnion oder Verengung des Ductus arteriosus abgebrochen werden.
Im dritten Trimester der Schwangerschaft können alle Prostaglandinsynthesehemmer den Fötus folgenden Risiken aussetzen:
- kardiopulmonale Toxizität (mit Verengung/Schließung des Ductus arteriosus und pulmonaler Hypertonie);
- Nierenfunktionsstörung (siehe oben);
- am Ende der Schwangerschaft die Mutter und das Neugeborene:
- o mögliche Verlängerung der Blutungszeit, ein antiaggregatorischer Effekt, der selbst bei sehr niedrigen Dosen auftreten kann;
- o Hemmung der Uteruskontraktionen, was zu einer Verzögerung oder Verlängerung der Geburt führen kann.
Daher ist IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette im dritten Trimester der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 5.3).
Stillzeit
Nur geringe Mengen von Ibuprofen und seinen Metaboliten werden in die Muttermilch ausgeschieden. Da bisher keine schädlichen Auswirkungen auf den Säugling bekannt sind, ist es in der Regel nicht erforderlich, das Stillen während einer kurzfristigen Behandlung mit der empfohlenen Dosis zur Behandlung von Schmerzen und Fieber zu unterbrechen.
Fertilität
Einige Daten deuten darauf hin, dass Arzneimittel, die die Cyclooxygenase/Prostaglandinsynthese hemmen, die weibliche Fertilität durch eine Wirkung auf den Eisprung beeinträchtigen können. Dieser Effekt ist nach Absetzen der Behandlung reversibel.
4.7. Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Da Nebenwirkungen das zentrale Nervensystem betreffen können und bei der Anwendung von Ibuprofen in hohen Dosen Müdigkeit, Sehstörungen und Schwindel verursachen können, kann die Fähigkeit, auf der Straße zu reagieren und wachsam zu bleiben, sowie die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, in einigen Einzelfällen beeinträchtigt sein. Dies gilt in größerem Maße in Kombination mit Alkohol.
4.8. Nebenwirkungen
Die Häufigkeit von Nebenwirkungen wird wie folgt definiert:
Die Nebenwirkungen sind nach Organsystemklassen klassifiziert, unter Verwendung der folgenden Konvention: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000), Häufigkeit unbekannt (kann auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden).
Die folgende Liste von Nebenwirkungen umfasst alle unter der Behandlung mit Ibuprofen beobachteten Nebenwirkungen, auch solche, die bei Langzeitbehandlung mit hohen Dosen bei Patienten mit Rheuma aufgetreten sind. Die angegebenen Häufigkeiten, die über sehr seltene Fälle hinausgehen, beziehen sich auf die kurzfristige Anwendung von Tagesdosen, die 1200 mg Ibuprofen für orale Darreichungsformen nicht überschreiten (= 3 Filmtabletten von IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette).
Bei den folgenden Nebenwirkungen ist zu beachten, dass sie hauptsächlich dosisabhängig sind und von Person zu Person variieren.
Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen sind gastrointestinaler Natur. Gastro-duodenale Ulzera, Perforationen oder GI-Blutungen, die tödlich sein können, können insbesondere bei älteren Menschen auftreten (siehe Abschnitt 4.4). Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blähungen, Verstopfung, Dyspepsie, Bauchschmerzen, Meläna, Hämatemesis, ulzerative Stomatitis, Verschlimmerung einer Colitis und Morbus Crohn (siehe Abschnitt 4.4) wurden nach der Verabreichung berichtet. Weniger häufig wurden Gastritiden beobachtet. Insbesondere hängt das Risiko für gastrointestinale Blutungen von der Dosierung und der Dauer der Behandlung ab.
Ödeme, Bluthochdruck und Herzinsuffizienz wurden im Zusammenhang mit der Behandlung mit NSAR berichtet.
Klinische Studien deuten darauf hin, dass die Anwendung von Ibuprofen, insbesondere in hohen Dosen (2400 mg/Tag), mit einem geringfügig erhöhten Risiko für arterielle thrombotische Ereignisse (z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall) verbunden sein kann (siehe Abschnitt 4.4).
Infektionen und parasitäre Erkrankungen
Sehr selten: Eine Verschlimmerung von infektionsbedingten Entzündungen (z. B. Entwicklung einer nekrotisierenden Fasziitis) im Zusammenhang mit der Anwendung von nichtsteroidalen Antirheumatika wurde beschrieben. Es ist möglich, dass dieser Effekt mit dem Wirkmechanismus der nichtsteroidalen Antirheumatika zusammenhängt.
Wenn während der Anwendung von IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette Anzeichen einer Infektion auftreten oder sich verschlimmern, wird dem Patienten empfohlen, sofort einen Arzt zu konsultieren, der feststellen sollte, ob eine Indikation für eine antiinfektiöse/antibiotische Behandlung besteht.
Symptome einer aseptischen Meningitis, wie Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber oder Bewusstseinstrübung, wurden während der Einnahme von Ibuprofen beobachtet. Patienten mit bestehenden Autoimmunerkrankungen (SLE, Mischkollagenose) scheinen prädisponiert zu sein.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Sehr selten: Hämatopoetische Störungen (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Panzytopenie, Agranulozytose).
Die ersten Anzeichen sind: Fieber, Halsschmerzen, oberflächliche Geschwüre im Mund, grippeähnliche Symptome, schwere Erschöpfung, Nasenbluten und Hautblutungen.
In diesen Fällen sollte der Patient angewiesen werden, dieses Arzneimittel sofort abzusetzen, jegliche Selbstmedikation mit anderen Analgetika oder Antipyretika zu vermeiden und einen Arzt zu konsultieren.
Bei Langzeitbehandlung sollte das Blutbild regelmäßig kontrolliert werden.
Erkrankungen des Immunsystems
Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich in Hautausschlägen und Juckreiz sowie Asthmaanfällen (mit möglichem Blutdruckabfall) äußern.
In diesem Fall sollte der Patient angewiesen werden, sofort einen Arzt zu informieren und IBUPROFENE SET 400 mg, Filmtablette nicht mehr einzunehmen.
Sehr selten: Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen. Die Symptome können von einem Ödem des Gesichts, der Zunge und des inneren Kehlkopfes, verbunden mit Bronchokonstriktion, Atemnot, Tachykardie und Blutdruckabfall bis hin zu einem lebensbedrohlichen Schock reichen.
Wenn eines dieser Symptome auftritt, was manchmal bereits bei der ersten Anwendung der Fall sein kann, ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.
Psychiatrische Erkrankungen
Sehr selten: Psychotische Reaktionen, Depression.
Erkrankungen des Nervensystems
Gelegentlich: Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Unruhe, Reizbarkeit, Müdigkeit und andere Störungen des zentralen Nervensystems.
Augenerkrankungen
Gelegentlich: Sehstörungen. In diesem Fall sollte der Patient angewiesen werden, sofort einen Arzt zu informieren und Ibuprofen nicht mehr einzunehmen.
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Selten: Tinnitus.
Herzerkrankungen
Sehr selten: Herzklopfen, Herzinsuffizienz, Herzinfarkt.
Unbekannt: Kounis-Syndrom.
Gefäßerkrankungen
Sehr selten: Bluthochdruck.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Gastrointestinale Symptome wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung und leichte gastrointestinale Blutverluste, die in Ausnahmefällen zu einer Anämie führen können.
Gelegentlich: Gastrointestinale Ulzera, die mit Blutungen und Perforationen einhergehen können. Ulzerative Stomatitis, Verschlimmerung einer Colitis und Morbus Crohn (siehe Abschnitt 4.4), Gastritis.
Sehr selten: Ösophagitis, Pankreatitis, Bildung von Zwerchfell-ähnlichen Darmstenosen.
Der Patient sollte angewiesen werden, das Arzneimittel abzusetzen und sofort einen Arzt zu konsultieren, wenn relativ starke Schmerzen im oberen Bauchbereich auftreten oder bei Meläna oder Hämatemesis.
Leber- und Gallenerkrankungen
Sehr selten: Leberfunktionsstörungen, Leberschäden, insbesondere bei Langzeitbehandlung, Leberinsuffizienz, akute Hepatitis.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Gelegentlich: Verschiedene Hautausschläge.
Sehr selten: Schwere Hautreaktionen (SCAR) (einschließlich Erythema multiforme, exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse).
Unbekannt: Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS oder Hypersensitivitätssyndrom), akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), Lichtempfindlichkeitsreaktionen.
In Ausnahmefällen können schwere infektiöse Komplikationen der Haut und des Weichgewebes bei Windpocken auftreten (siehe auch „Infektionen und parasitäre Erkrankungen“).
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Selten: Nierenschäden (Papillennekrose), erhöhte Harnsäurekonzentrationen im Blut.
Sehr selten: Reduzierte Urinausscheidung und Bildung von Ödemen (insbesondere bei Patienten mit Bluthochdruck oder Niereninsuffizienz). Es können Anzeichen einer Nierenerkrankung bis hin zu Nierenversagen auftreten. Wenn diese Symptome auftreten oder sich verschlimmern, sollte der Patient angewiesen werden, die Einnahme von Ibuprofen abzubrechen und sofort einen Arzt zu kontaktieren; nephrotisches Syndrom, interstitielle Nephritis, die mit akutem Nierenversagen einhergehen kann.
Bei Langzeitbehandlung sollte die Nierenfunktion regelmäßig überprüft werden.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung des Arzneimittels ist wichtig. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige der Gesundheitsberufe melden jeden Verdachtsfall von Nebenwirkungen über das nationale Meldesystem: Nationale Agentur für die Sicherheit von Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten (ANSM) und Netzwerk der regionalen Zentren für Pharmakovigilanz - Website: https://signalement.social-sante.gouv.fr.
4.9. Überdosierung
a) Symptome einer Überdosierung
Zentrale Nervensystemstörungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit und Bewusstseinsverlust (auch myoklonische Krämpfe bei Kindern) sowie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen können bei einer Überdosierung auftreten. Die Symptome können Folgendes umfassen: Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen (die Blutspuren enthalten können), Kopfschmerzen, Tinnitus, Verwirrung, Nystagmus, Schwäche, Schwindel, Benommenheit, Schwindel, Bewusstseinsverlust und Krampfanfälle (hauptsächlich bei Kindern, einschließlich myoklonischer Krämpfe). Darüber hinaus sind gastrointestinale Blutungen sowie Funktionsstörungen der Leber und Nieren möglich. Eine längere Anwendung in Dosen über den empfohlenen Dosen oder eine Überdosierung kann zu einer renalen tubulären Azidose und einer Hypokaliämie führen. Bei schwerer Vergiftung kann eine metabolische Azidose auftreten. Darüber hinaus können Hypothermie, Hypotonie, Atemdepression und Zyanose auftreten.
b) Maßnahmen bei Überdosierung
Es gibt kein spezifisches Antidot.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1. Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Nichtsteroidale Antirheumatika und Antiphlogistika; Propionsäurederivate, ATC-Code: M01AE01.
Ibuprofen ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum und Antiphlogistikum (NSAR), das seine Wirksamkeit durch die Hemmung der Prostaglandinsynthese in konventionellen Tiermodellen der Entzündung gezeigt hat. Beim Menschen reduziert Ibuprofen Schmerzen, Ödeme und Fieber im Zusammenhang mit Entzündungen. Darüber hinaus hemmt Ibuprofen die durch ADP und Kollagen induzierte Thrombozytenaggregation reversibel.
Experimentelle Daten deuten darauf hin, dass Ibuprofen die thrombozytenaggregationshemmende Wirkung einer niedrigen Dosis Acetylsalicylsäure bei gleichzeitiger Einnahme kompetitiv hemmen kann. Pharmakodynamische Studien haben gezeigt, dass die Wirkung von Acetylsalicylsäure auf die Thromboxanbildung oder die Thrombozytenaggregation abnimmt, wenn Ibuprofen in einer Dosis von 400 mg innerhalb von 8 Stunden vor der Einnahme von 81 mg sofort freisetzendem Acetylsalicylsäure eingenommen wurde oder innerhalb von 30 Minuten danach. Die Unsicherheiten hinsichtlich ihrer klinischen Extrapolation können jedoch nicht ausschließen, dass die regelmäßige, langfristige Anwendung von Ibuprofen die kardioprotektive Wirkung niedriger Dosen von Acetylsalicylsäure verringern könnte. Bei gelegentlicher Anwendung von Ibuprofen erscheint das Auftreten eines klinisch relevanten Effekts jedoch unwahrscheinlich (siehe Abschnitt 4.5).
5.2. Pharmakokinetische Eigenschaften
Nach oraler Verabreichung wird Ibuprofen teilweise im Magen und dann vollständig im Dünndarm resorbiert. Nach hepatischem Metabolismus (Hydroxylierung, Carboxylierung) werden die pharmakologisch inaktiven Metaboliten vollständig, hauptsächlich über die Nieren (90 %), aber auch über die Galle ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt 1,8 bis 3,5 Stunden, sowohl bei gesunden Probanden als auch bei Patienten mit Leber- oder Nierenerkrankungen. Die Plasmaproteinbindung beträgt etwa 99 %. Die Plasmaspitzen treten etwa 45 Minuten nach der Einnahme von Ibuprofen-DL-Lysin auf nüchternen Magen in einer sofort freisetzenden oralen Formulierung auf.
Bioverfügbarkeit:
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Parameter
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Statistiken
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Ibuprofen-DL-Lysin
Test (a)
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Ibuprofen-DL-Lysin
Referenz (b)
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Ibuprofen
Referenz (c)
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ASC 0-tz
(μg/(ml x h))
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N
Mittelwert
SD
|
18
114,85
26,98
|
18
112,76
26,83
|
18
115,44
25,22
|
|
C max
(μg/ml)
|
N
Mittelwert
SD
|
18
40,328
7,139
|
18
41,684
7,109
|
18
35,917
6,947
|
|
T max
(h)
|
N
Mittelwert
SD
Median
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18
0,71
0,17
0,67
|
18
0,75
0,19
0,67
|
18
1,15
0,45
1,13
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Pharmakokinetische Parameter (ASC0-tz, C max und T max ) nach oraler Verabreichung von Ibuprofen-DL-Lysin auf nüchternen Magen im Vergleich zu einem Referenzprodukt, das entweder Ibuprofen-DL-Lysin oder 400 mg Ibuprofen enthält (n = 18 gesunde Freiwillige).
5.3. Präklinische Sicherheitsdaten
In Tierversuchen wurde die subchronische und chronische Toxizität von Ibuprofen hauptsächlich in Form von Läsionen und Ulzerationen im Magen-Darm-Trakt beobachtet.
In vitro und in vivo Studien haben keine klinisch relevanten Anzeichen eines mutagenen Potenzials von Ibuprofen gezeigt. Studien an Ratten und Mäusen haben keine Hinweise auf karzinogene Effekte von Ibuprofen geliefert.
Ibuprofen hat bei Kaninchen eine Hemmung des Eisprungs sowie eine Störung der Implantation bei verschiedenen Tierarten (Kaninchen, Ratte, Maus) induziert. Experimentelle Studien haben gezeigt, dass Ibuprofen die Plazenta passiert. Nach der Verabreichung von für die Mutter toxischen Dosen bei Ratten wurde eine erhöhte Inzidenz von Missbildungen (ventrikuläre Septumdefekte) bei deren Nachkommen festgestellt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1. Liste der sonstigen Bestandteile
Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlichen Ursprungs], hochdisperses Siliciumdioxid.
Filmüberzug: Polyvinylalkohol, Titandioxid (E171), Talkum, Macrogol 3000.
6.2. Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3. Dauer der Haltbarkeit
5 Jahre.
6.4. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5. Art und Inhalt des Behältnisses
Blisterpackungen (PVC/Aluminium) mit 10, 12, 20, 30 und 50 Filmtabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
BIOGARAN
15, BOULEVARD CHARLES DE GAULLE
92700 COLOMBES
8. ZULASSUNGSNUMMER(N)
- 34009 301 792 7 7: 10 Filmtabletten in Blisterpackungen (PVC/Aluminium).
- 34009 301 792 8 4: 12 Filmtabletten in Blisterpackungen (PVC/Aluminium).
9. DATUM DER ERSTZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
[vom Inhaber später auszufüllen]
10. STAND DER INFORMATION
[vom Inhaber später auszufüllen]
11. DOSIMETRIE
Nicht zutreffend.
12. ANWEISUNGEN FÜR DIE HERSTELLUNG VON RADIOPHARMAZEUTIKA
Nicht zutreffend.
VERORDNUNGS- UND ABGABEBESTIMMUNGEN
Arzneimittel nicht verschreibungspflichtig.