ANSM - Aktualisiert am: 31/01/2024
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
TARDYFERON 50 mg, Filmtablette
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Getrocknetes Eisensulfat … 154,530 mg
Entsprechende Menge an elementarem Eisen …………………50,00 mg
Für eine Filmtablette von 234,00 mg
Für die vollständige Liste der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette.
Runde rosa Tablette.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1. Anwendungsgebiete
Vorbeugende Behandlung des Eisenmangels bei Schwangeren, wenn eine ausreichende Eisenaufnahme über die Nahrung nicht gewährleistet werden kann.
TARDYFERON 50 mg ist ausschließlich für schwangere Frauen angezeigt.
4.2. Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
TARDYFERON 50 mg ist ausschließlich für schwangere Frauen angezeigt.
1 Tablette (entspricht 50 mg Eisen Fe2+) pro Tag.
Behandlungsdauer
Während der letzten 2 Trimester der Schwangerschaft (oder ab dem 4. Monat).
Art der Anwendung
Zum Einnehmen.
Die Tabletten dürfen nicht gelutscht, gekaut oder im Mund behalten werden, sondern müssen unzerkaut mit Wasser geschluckt werden.
Die Tabletten sollten vor oder während der Mahlzeiten eingenommen werden (außer mit bestimmten in Abschnitt 4.5 genannten Lebensmitteln) je nach Magenverträglichkeit.
4.3. Gegenanzeigen
- Eisenüberladung, insbesondere normo- oder hypersiderämische Anämie wie Thalassämie, refraktäre Anämie, Anämie durch Knochenmarkinsuffizienz.
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
4.4. Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
- Die Kontrolle der Wirksamkeit ist erst nach 3 Monaten ab Beginn der Behandlung sinnvoll: Sie sollte die Korrektur der Anämie (Hämoglobin, mittleres korpuskuläres Volumen) und die Wiederherstellung der Eisenspeicher (Serumferritin, Serum-Transferrin-Rezeptor und Transferrinsättigungskoeffizient) umfassen.
- Die mit entzündlichen Syndromen assoziierte Hyposiderämie spricht nicht auf die Eisenbehandlung an.
- Die Eisenbehandlung sollte, soweit möglich, mit der Behandlung der Ursache kombiniert werden.
- Das Einatmen von Eisensulfat-Tabletten kann eine Nekrose der Bronchialschleimhaut verursachen, die zu Husten, Hämoptysen, Bronchialstenose und/oder Lungeninfektionen führen kann (auch wenn das Einatmen Tage oder Monate vor dem Auftreten dieser Symptome stattgefunden hat). Ältere Patienten und Patienten mit Schluckbeschwerden sollten nur nach sorgfältiger Abwägung des Inhalationsrisikos mit Eisensulfat-Tabletten behandelt werden.
Alternative Formulierungen sollten in Betracht gezogen werden. Patienten sollten einen Arzt aufsuchen, wenn der Verdacht auf eine Inhalation besteht (siehe Abschnitt 4.8).
- Laut Literaturdaten wurden seltene Fälle von Melanosen (Pseudomelanose/Melanose) bei älteren Patienten berichtet, die eine Eisensupplementierung erhielten und an chronischem Nierenversagen, Diabetes und/oder Bluthochdruck litten und mit mehreren Medikamenten für diese Erkrankungen behandelt wurden. Diese Pigmentierung kann eine gastrointestinale Operation behindern und sollte daher insbesondere bei geplanten Operationen berücksichtigt werden. Es ist daher ratsam, den Chirurgen über die laufende Eisensupplementierung zu informieren, angesichts dieses Risikos (siehe Abschnitt 4.8).
- Aufgrund des Risikos von Mundgeschwüren und Zahnverfärbungen sollten die Tabletten nicht gelutscht, gekaut oder im Mund behalten werden, sondern unzerkaut mit Wasser geschluckt werden.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. es ist nahezu natriumfrei.
4.5. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Nicht empfohlene Kombinationen
+ Eisen (Salze) (Injektionsweg)
Lipothymie, sogar Schock, der auf die schnelle Freisetzung von Eisen aus seiner komplexen Form und die Sättigung der Siderophilin zurückzuführen ist.
Kombinationen, die berücksichtigt werden müssen
+ Acetohydroxamsäure
Verminderte gastrointestinale Absorption dieser beiden Medikamente durch Eisenchelatbildung.
Kombinationen, die Vorsichtsmaßnahmen bei der Anwendung erfordern
+ Bictegravir
Verringerung der Bictegravir-Absorption um fast zwei Drittel bei gleichzeitiger Einnahme oder auf nüchternen Magen.
Bictegravir mindestens 2 Stunden vor den Eisensalzen oder gleichzeitig mit einer Mahlzeit einnehmen.
+ Bisphosphonate
Verminderte gastrointestinale Absorption von Bisphosphonaten.
Eisensalze in einem Abstand von Bisphosphonaten einnehmen (mindestens 30 Minuten bis über 2 Stunden, wenn möglich, je nach Bisphosphonat).
+ Tetracycline (orale Einnahme)
Verminderte gastrointestinale Absorption von Tetracyclinen und Eisen.
Eisensalze in einem Abstand von Tetracyclinen einnehmen (mehr als 2 Stunden, wenn möglich).
+ Fluorchinolone
Verminderte gastrointestinale Absorption von Fluorchinolonen
Eisensalze in einem Abstand von Fluorchinolonen einnehmen (mehr als 2 Stunden, wenn möglich).
+ Penicillamin
Verminderte gastrointestinale Absorption von Penicillamin
Eisensalze in einem Abstand von Penicillamin einnehmen (mehr als 2 Stunden, wenn möglich).
+ Entacapon
Verminderte gastrointestinale Absorption von Entacapon und Eisen durch Chelatbildung von Entacapon.
Eisensalze in einem Abstand von Entacapon einnehmen (mehr als 2 Stunden, wenn möglich).
+ Schilddrüsenhormone
Verminderte gastrointestinale Absorption von Schilddrüsenhormonen
Schilddrüsenhormone in einem Abstand von Eisen einnehmen (mehr als 2 Stunden, wenn möglich).
+ Kalzium
Verminderte gastrointestinale Absorption von Eisensalzen.
Eisensalze in einem Abstand zu Mahlzeiten und in Abwesenheit von Kalzium einnehmen.
+ Zink, Strontium
Verminderte gastrointestinale Absorption von Zink oder Strontium durch Eisen.
Eisensalze in einem Abstand von Zink oder Strontium einnehmen (mehr als 2 Stunden, wenn möglich).
+ Methyldopa, Levodopa
Verminderte gastrointestinale Absorption von Methyldopa und Levodopa.
Eisensalze in einem Abstand von Methyldopa und Levodopa einnehmen (mehr als 2 Stunden, wenn möglich).
+ Gastrointestinale Topika, Antazida und Adsorbentien
Verminderte gastrointestinale Absorption von Eisensalzen.
Vorsichtshalber sollten diese Topika oder Antazida in einem Abstand von Eisensalzen eingenommen werden (mehr als 2 Stunden, wenn möglich).
+ Integrase-Inhibitor
Verminderte gastrointestinale Absorption von Integrase-Inhibitoren.
Eisensalze in einem Abstand von dem antiretroviralen Medikament einnehmen (mehr als 2 Stunden, wenn möglich).
+ Trientin
Verminderte Eisenserumkonzentrationen.
Trientin in einem Abstand von Eisensalzen einnehmen.
Andere Formen von Wechselwirkungen
Phytinsäuren (Vollkorngetreide), Polyphenole (Tee, Kaffee, Rotwein), Kalzium (Milch, Milchprodukte) und bestimmte Proteine (Eier) hemmen signifikant die Eisenabsorption. Ein Abstand von mindestens 2 Stunden zwischen der Einnahme von Eisensalzen und diesen Lebensmitteln sollte eingehalten werden.
4.6. Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Die Daten zur Eisensupplementierung im ersten Schwangerschaftstrimester sind begrenzt, aber es wurden keine Fehlbildungen gemeldet. Tierstudien zeigen keine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).
Im zweiten und dritten Trimester stehen umfangreiche bibliografische Daten zur Verfügung (mehr als 1000 Schwangerschaften) und zeigen keine fötale/neonatale Toxizität. Daten aus klinischen Studien zeigen keinen Einfluss der Eisensupplementierung während der Schwangerschaft auf das Geburtsgewicht, Frühgeburtlichkeit und neonatalen Tod.
Folglich kann TARDYFERON 50 mg bei Bedarf während der Schwangerschaft verwendet werden.
Stillzeit
Eisen ist in geringen Mengen in der Muttermilch vorhanden. Seine Konzentration ist unabhängig von der mütterlichen Aufnahme. Folglich sind keine Auswirkungen auf das Neugeborene/Säugling zu erwarten.
TARDYFERON 50 mg kann während der Stillzeit verwendet werden.
Fertilität
Tierstudien zeigen keine Auswirkungen auf die männliche und weibliche Fertilität.
4.7. Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
TARDYFERON 50 mg hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8. Nebenwirkungen
Die folgende Tabelle zeigt die Nebenwirkungen, die in 7 klinischen Studien beobachtet wurden, insgesamt 1051 Patienten, darunter 649 Patienten unter TARDYFERON, bei denen ein kausaler Zusammenhang mit dem Produkt nicht ausgeschlossen werden kann, sowie die aus der Post-Marketing-Erfahrung oder der Literatur.
Die Nebenwirkungen sind nach dem MedDRA-Systemorganklassifikation aufgeführt und werden wie folgt aufgelistet: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, <1/1.000), sehr selten (<1/10 000), unbekannt (kann aus den verfügbaren Daten nicht geschätzt werden).
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Systemorganklasse
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Häufig
(≥ 1/100 < 1/10)
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Gelegentlich
(≥ 1/1 000 < 1/100)
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Häufigkeit unbekannt
(kann aus den verfügbaren Daten nicht geschätzt werden)
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Erkrankungen des Immunsystems
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Überempfindlichkeit
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Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
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Larynxödem
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*Lungennekrose
*Lungengranulom
*Bronchialstenose
*Pharynxulzeration
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Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
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Verstopfung
Durchfall
Abdominale Blähungen
Abdominalschmerzen
Verfärbung des Stuhls
Übelkeit
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Anormaler Stuhl
Dyspepsie
Erbrechen
Gastritis
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*Ösophagusläsionen
*Ösophagusulzeration
**Zahnverfärbung
Mundulzeration
Gastrointestinale Melanose (siehe Abschnitt 4.4)
***Magenblutung
***Magengeschwür
***Hämorrhagisches Magengeschwür
***Erosive Gastritis
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Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
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Pruritus
Erythematöser Ausschlag
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Urtikaria
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*Patienten, insbesondere ältere Patienten und Patienten mit Schluckstörungen, können auch anfällig für Halsulzerationen, Ösophagusläsionen (Ösophagusulzerationen), bronchiale Granulome und/oder bronchiale Nekrosen sein, die bei Aspiration von Eisensulfat-Tabletten zu Bronchialstenosen führen können (siehe Abschnitt 4.4).
**Zahnverfärbung und Mundulzeration bei unsachgemäßer Anwendung, wenn die Tabletten gekaut, gelutscht oder im Mund behalten werden.
***Laut Literaturdaten wurden schwere Fälle von Magengeschwüren und Magenblutungen selbst bei therapeutischen Dosen bei Patienten berichtet, die mit Eisensulfat-Tabletten behandelt wurden.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung des Arzneimittels ist wichtig. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Gesundheitsfachkräfte melden jeden Verdacht auf Nebenwirkungen über das nationale Meldesystem: Nationale Agentur für Arzneimittelsicherheit (ANSM) und Netzwerk der regionalen Pharmakovigilanz-Zentren - Website: https://signalement.social-sante.gouv.fr/.
4.9. Überdosierung
Fälle von Überdosierung mit Eisensalzen wurden berichtet, insbesondere bei Kindern. Das Risiko der Toxizität bei einer Überdosierung beginnt bei einer Dosis von 20 mg/kg elementarem Eisen und steigt ab 60 mg/kg an.
Symptome
Eine Eisenvergiftung tritt in 5 aufeinanderfolgenden symptomatischen Phasen auf:
- Eine gastrointestinale Phase mit Anzeichen einer Reizung der Magen-Darm-Schleimhaut, die in den meisten Fällen mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Blutungen (Hämatemesis, Meläna) verbunden ist und zu einer Nekrose führen kann.
- Eine klinische Latenzphase mit Verbesserung oder sogar Verschwinden der gastrointestinalen Symptome.
- Eine systemische Phase mit Auftreten einer metabolischen Azidose mit Anionenlücke, Koagulopathie und hämodynamischer Instabilität (Hypovolämie, Hypotonie) mit Organhypoperfusion (akutes Nierenversagen, Lethargie und oft konvulsives Koma), die zu einem Schockzustand führen kann.
- Eine Phase der Hepatotoxizität, die von einer Erhöhung der Transaminasen bis zu einer Koagulopathie und hepatischen Enzephalopathie reichen kann.
Und in der Ferne der Vergiftung sind Verdauungsstenosen aufgrund der Narbenbildung der gastrointestinalen Läsionen möglich. Eine Überwachung der verdächtigen Anzeichen wird daher empfohlen.
Die Diagnose basiert hauptsächlich auf den klinischen Symptomen und wird durch einen erhöhten Serumeisenspiegel und gegebenenfalls eine Abdominalröntgenaufnahme (Bestätigung der Anwesenheit von Tabletten im Magen-Darm-Trakt) unterstützt.
Behandlung
Die Behandlung sollte so früh wie möglich erfolgen:
- Symptomatische Behandlung: Eine sorgfältige Überwachung des Patienten sollte durchgeführt werden. Schockzustände, Dehydratation und Säure-Basen-Störungen werden nach gängiger Praxis in einer spezialisierten Umgebung behandelt (Aufrechterhaltung der Atmung, des Volumens, des Wasser-Elektrolyt-Gleichgewichts und der Diurese des Patienten).
- Gastrointestinale Dekontamination: Gastrointestinale Dekontaminationen können in spezialisierten Umgebungen in bestimmten besonderen Situationen in Betracht gezogen werden, sollten jedoch nicht routinemäßig angewendet werden. Insbesondere kann eine Darmspülung mit Polyethylenglykol-Lösung in Betracht gezogen werden, wenn eine erhebliche Menge an Eisentabletten oder Konkretionen im Magen-Darm-Trakt bei einem symptomatischen Patienten auf dem Röntgenbild sichtbar ist. Sie sollte dann durchgeführt werden, bis ein klarer Abfluss erreicht ist.
- Eisenchelat-Therapie: Abhängig von den Serumeisenkonzentrationen, der Schwere oder dem Fortbestehen der Symptome wird die Verwendung eines Chelatbildners empfohlen, wenn die Vergiftung schwerwiegend ist. Die Referenztherapie ist Deferoxamin. Für detaillierte Informationen siehe die Fachinformation von Deferoxamin.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1. Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: ANTIANÄMISCHE PRÄPARATE – EISENPRÄPARATE - ATC-Code: B03AA07. Zufuhr von zweiwertigem Eisen.
Eisen ist ein essentielles Mineralnährstoff, das eine Schlüsselrolle in der Physiologie spielt und für viele Funktionen wie den Sauerstofftransport, die ATP-Produktion, die DNA-Synthese und den Elektronentransport notwendig ist.
Wirkmechanismus
Eisen ist das zentrale Atom des Häms. Es ist ein Bestandteil des Hämoglobins und auch für die Erythropoese unerlässlich.
Pharmakodynamische Wirkungen
Eisen unterscheidet sich von anderen Mineralien, da sein Gleichgewicht im menschlichen Körper nur durch seine Absorption reguliert wird, da es keinen physiologischen Ausscheidungsmechanismus gibt. Die Aufnahme von Eisensulfat (FeSO4) wird durch den Eisentransporter (DMT1) im proximalen Dünndarm (Duodenum und proximalem Jejunum) erleichtert.
Die Absorptionskapazität anämischer Patienten kann um ein Vielfaches höher sein als die gesunder Personen, da die Absorptionsfläche erheblich erweitert ist. Der Absorptionsprozess ist empfindlich gegenüber verschiedenen Ernährungs- und anderen Faktoren, die diesen Prozess behindern können, was zu einer unzureichenden Absorption und einem daraus resultierenden Eisenmangel führt.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Klinische Studien haben gezeigt, dass die hämatologische Antwort (Veränderung des Hämoglobins) und die Wiederherstellung der Eisenspeicher (Normalisierung des Ferritins) durch die orale Verabreichung von Eisensulfat zufriedenstellend waren.
Die besondere pharmazeutische Formulierung von TARDYFERON 50 mg (Eisensulfat) ermöglicht es, sich an die sich ändernden Absorptionsbedingungen des Körpers im Falle einer Anämie anzupassen.
5.2. Pharmakokinetische Eigenschaften
Absorption
Die Eisenabsorption ist ein aktiver Prozess, der hauptsächlich im Duodenum und im proximalen Jejunum stattfindet.
Die Kombination von Eisensulfat und den Hilfsstoffen ermöglicht eine kontinuierliche und progressive Freisetzung von Eisen. Die Absorption wird erhöht, wenn die Eisenspeicher verringert sind, und nimmt ab, wenn die Eisenspeicher ausreichend sind.
Die Eisenabsorption kann durch die Einnahme bestimmter Lebensmittel oder Getränke und bei gleichzeitiger Verabreichung bestimmter Medikamente verändert werden (siehe Abschnitt 4.5).
Verteilung
Im Körper befinden sich die Eisenspeicher hauptsächlich im Knochenmark (Erythroblasten), in den Erythrozyten, in der Leber und in der Milz. Im Blutkreislauf wird Eisen hauptsächlich zur Knochenmark transportiert, wo es in das Hämoglobin eingebaut wird.
Biotransformation
Eisen ist ein Metallion, das nicht in der Leber metabolisiert wird
Ausscheidung
Es gibt keinen Ausscheidungsmechanismus für Eisen.
Die durchschnittliche Eisenausscheidung bei gesunden Personen wird auf 0,8-1 mg/Tag geschätzt.
Der Hauptausscheidungsweg ist der Magen-Darm-Trakt (Abschuppung der Enterozyten, Abbau des Häms aus der Extravasation der roten Blutkörperchen), der Urogenitaltrakt und die Haut.
Der überschüssige Eisenanteil im Verdauungstrakt wird mit dem Stuhl ausgeschieden.
5.3. Präklinische Sicherheitsdaten
Die nichtklinischen Daten aus konventionellen Sicherheitspharmakologie-, wiederholten Dosis-Toxizitäts-, Genotoxizitäts-, Kanzerogenitäts- und Reproduktionsfunktionsstudien haben keine besonderen Risiken für den Menschen bei den vorgeschlagenen Dosen gezeigt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1. Liste der sonstigen Bestandteile
Hilfsstoffe des Kerns
Maltodextrin, Mikrokristalline Cellulose, Ammoniummethacrylat-Copolymer Typ B (EUDRAGIT RS 30D) und Typ A (EUDRAGIT RL 30D), Talkum, Triethylcitrat, Glyceroldibehensäureester.
Hilfsstoffe der Beschichtung
Sepifilm LP010*, Roteisenoxid (E172), Gelbeisenoxid (E172), Titandioxid (E171).
*Zusammensetzung von Sepifilm LP010: Hypromellose, Mikrokristalline Cellulose, Stearinsäure.
6.2. Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3. Dauer der Haltbarkeit
36 Monate
6.4. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung.
6.5. Art und Inhalt des Behältnisses
30 Filmtabletten in Blisterpackungen (PVC/PVDC/Aluminium)
6.6. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
PIERRE FABRE MEDICAMENT
LES CAUQUILLOUS
81500 LAVAUR
8. ZULASSUNGSNUMMER(N)
34009 280 257 7 7 :30 Filmtabletten in Blisterpackungen (PVC/PVDC/Aluminium)
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
[vom Inhaber später auszufüllen]
10. STAND DER INFORMATION
[vom Inhaber später auszufüllen]
11. DOSIMETRIE
Nicht zutreffend.
12. ANWEISUNGEN ZUR HERSTELLUNG VON RADIOPHARMAZEUTIKA
Nicht zutreffend.
VERORDNUNGS- UND ABGABEBESTIMMUNGEN
Arzneimittel nicht verschreibungspflichtig.