Historische Analyse, rechtliche Entwicklungen und Perspektiven der E-Apotheke in Frankreich
Digitale Technologien sind heute in allen Branchen verankert. In Frankreich besitzen über 75 % der Bevölkerung ein Smartphone. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch das Gesundheitswesen den Weg zur digitalen Apotheke einschlägt. Vernetzte Objekte und Telemedizin bieten bereits zahlreiche Vorteile (Prävention, Nachsorge, Früherkennung). Der Online-Verkauf von Arzneimitteln bleibt jedoch ein wesentlicher Baustein, um allen Patienten den Zugang zur Versorgung zu erleichtern.
Ein lange Zeit restriktiver französischer Rechtsrahmen
Die Geschichte beginnt eigentlich auf europäischer Ebene mit dem „DocMorris"-Urteil von 2003, das den Grundsatz der Verkehrsfreiheit für rezeptfreie Arzneimittel bekräftigt. 2011 verpflichtet Europa seine Mitgliedstaaten, diese Praxis zuzulassen, um die Plage der Arzneimittelfälschungen (10 bis 15 % des Weltmarkts) zu bekämpfen.
Frankreich setzt die Richtlinie gezwungenermaßen Ende 2012 um. Bereits 2013 etabliert sich Pharmashopi als einer der Pioniere und erhält die ARS-Zulassung. Das französische Modell bleibt jedoch eines der restriktivsten Europas. Es folgt ein langer Rechtsstreit – geführt insbesondere von Pharmashopi und der AFPEL – gegen die Erlasse zu „guten Praktiken", die selbst von der französischen Wettbewerbsbehörde als zu restriktiv eingestuft wurden und die französischen E-Apotheken gegenüber den europäischen Schwergewichten isolierten.
Chronologie eines Kampfes für faire Wettbewerbsbedingungen
Dezember 2012: Erzwungene Legalisierung. Frankreich setzt die EU-Richtlinie um, die den Online-Verkauf rezeptfreier Arzneimittel erlaubt.
Januar 2013: Pharmashopi reicht seinen Antrag bei der ARS ein und wird zu einer der allerersten legalen und zertifizierten Online-Apotheken in Frankreich.
März 2015 / April 2018: Siege vor dem Conseil d'État. Annullierung mehrerer restriktiver Erlasse, was insbesondere die Lockerung der Vorschriften für ausgelagerte Lagerräume ermöglicht.
August 2021: Der große Durchbruch. Der Conseil d'État hebt das Werbeverbot auf. Französische Online-Apotheken können endlich bezahltes Listing (Google Ads) nutzen, um mit ihren europäischen Konkurrenten auf Augenhöhe zu konkurrieren.
September 2021: Ein Rückschritt. Das Berufungsgericht von Paris erlaubt europäischen E-Apotheken Fernsehwerbung in Frankreich – ein Recht, das den französischen Apotheken aufgrund einer administrativen Unterlassung des Staates weiterhin verwehrt bleibt.
November 2021: Die Angleichung. Der gesamte Berufsstand freut sich: Der französische Staat notifiziert der Europäischen Kommission endlich seine nationalen Regeln. Europäische Apotheken müssen sich nun daran halten, um in Frankreich zu verkaufen – Wettbewerbsverzerrungen werden so beseitigt.
Im Laufe von 2023: Die Herausforderung der Engpässe. Angesichts der Lieferengpässe in Frankreich beweist die zertifizierte E-Apotheke ihre Flexibilität, indem sie die Patienten über die Verfügbarkeit von Behandlungen informiert, und festigt damit ihre Rolle als bevorzugter Akteur des öffentlichen Gesundheitswesens.
Februar 2024: Das EuGH-Urteil zur Vermittlung. Der Gerichtshof der Europäischen Union erlässt eine historische Entscheidung, die Drittanbieter-Lieferplattformen für Arzneimittel streng reglementiert. Er bekräftigt, dass die Kontrolle über den Online-Verkauf und die Online-Beratung zwingend in der direkten Verantwortung der Apotheker bleiben muss.
Ende 2024: Das digitale Rezept etabliert sich. Die landesweite Einführung des E-Rezepts markiert eine wichtige digitale Wende für den Berufsstand. Auch wenn der Online-Verkauf verschreibungspflichtiger Arzneimittel bis heute verboten bleibt, bereiten diese modernisierten Infrastrukturen den Weg für die zukünftigen Entwicklungen der E-Apotheke.
Ein echter Vorteil für den E-Patienten
Angesichts der Erosion des Apothekenmonopols und der Herausforderungen der Desinformation erweist sich die zertifizierte E-Apotheke als echte Chance für das öffentliche Gesundheitswesen – mit dem Patienten im Mittelpunkt.
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Der Kauf auf einer von der ARS zugelassenen französischen Website bietet das gleiche Sicherheitsniveau wie in der Apotheke. Vollständige Rückverfolgbarkeit, Bekämpfung von Fälschungen und Validierung jeder Bestellung durch unser Apothekenteam.
Wie geht es in Frankreich weiter?
Der Online-Apothekenmarkt in Frankreich steckt noch in den Kinderschuhen (kaum 1 % gegenüber fast 15 % in Deutschland). Trotz der Widerständler und des Lobbyings gegen seine Entwicklung drängen die Regierung und die Wettbewerbsbehörde auf eine kontrollierte Liberalisierung. Fortschritt bedeutet keinen Mangel an Berufsethik, sofern die Regeln klar definiert sind. Die Pioniere der französischen E-Apotheke haben schöne Perspektiven vor sich.
„Man kann ganz einfach nicht gegen den Fortschritt arbeiten. Die Apotheke von morgen wird vernetzt, menschlich und sicher sein.
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